Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
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28 Lippenblüten hat, die Quirle bilden, und in welchen eine vierteilige Spaltfrucht entsteht. Auch der Hanf (Caunabis) und die Lupine (Lupinus) haben zur Zeit der Vegetation ein sehr ähnliches Aussehen, denn ihr schlanker Stengel trägt mehrteilige Blätter, deren Blättchen lanzenförmig sind. Dass die Blätter des Hanfes gegenständig, die der Lupine wechselständig sind, fällt wegen der kurzen Internodien kaum in die Augen. Trotz der Ähnlichkeit sind beide Pflanzen in verwandtschaftlicher Hinsicht ganz verschieden. Der Hanf, welcher grüne, zweihäusige, Rispen bildende Perigonblumen trägt und Nussfrüchte hervorbringt, ist eine nesselartige Pflanze, während die Lupine nach ihren Blüten, Früchten und Samen zu der Familie der Schmetterlingsblüter gehört. Im westlichen Deutschland findet man häufig auf Wiesen und an Flussufern eine kleine, zierliche Rauke (Sisymbrium supinum), welche nach ihrem niederliegenden Stengel und den buchtigfiederspaltigen Blättern dem Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina), welches einen rankenden Stengel und unterbrochen gefiederte Blätter hat, täuschend ähnlich ist. Und doch besteht zwischen beiden Kräutern nur eine geringe Verwandtschaft. Die Rauken gehören nach Bau der Blüten und Früchte zu der Familie der Kreuzblüter, während die Fingerkräuter hiernach sich als Rosenblüter zu erkennen geben. Auch das rauhe Hornblatt (Geratophyllum demersum) und der flutende Hahnenfuss (Batrachium fluitans), welche in Bächen und seichten Flüssen wachsen, sind einander sehr ähnlich, denn beide besitzen einen dünnen, vielästigen Stengel und fadenförmige Blätter, welche wiederholt gabelig geteilt sind und mit pfriemförmigen Zipfeln endigen. Bei genauer Betrachtung findet man jedoch, dass sie in vielen wesentlichen Merkmalen von einander abweichen. Das Hornblatt, welches quirlständige Blätter und einhäusige Perigonblumen hat und Nüsschen mit eiweisslosen Samen trägt, ist mit den Nesselpflanzen verwandt, während der flutende Hahnenfuss zu der Ordnung der Vielfrüchtigen gehört, die sich durch wechselständige Blätter, vollständige Blüten und Balgfrüchte auszeichnen, deren Samen ein hornartiges Eiweiss enthalten. Die Hornblattgewächse unterscheiden sich von den Vielfrüchtigen und anderen Pflanzen noch durch zwei eigenartige IV