Mannheim
Compact Memory

Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 139

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 139)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
79% known words query
IRI
…/2580773-2580832--1539-2582338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

26 der Bärlappe in der Achsel von Blättern sitzen und sich mit zwei Klappen öffnen. Der Vorkeim der Moose ist von dem der Bärlappe nicht nur morphologisch, sondern auch seiner Bedeutung nach ganz verschieden; jener bringt auf vegetativem Wege, dieser in geschlechtlicher Weise, durch die Befruchtung der Archegonien junge Pflanzen hervor. Entwickelungsgeschichtlich sind die ausgebildete Moospflanze und der Vorkeim der Bärlappe, sowie die Mooskapsel und die ausgebildete Bärlapp-Pflanze homologe Bildungen, während der Vorkeim der Moose eine ganz besondere Entwickelungsform darstellt. Nach dem anatomischen Bau, nach der Fruktifikation und Entwiekelung sind die einander so ähnlichen Bärlappe und Astmoose ganz verschiedenartige Gewächse. In der Klasse der Pilze, welche sich unter den Zellenpflanzen durch den grossen Formenreichtum auszeichnet, giebt es mehrere Familien, deren Mitglieder trotz der systematischen Unterschiede einander sehr ähnlich sind. Die Morcheln (Helvellaceen) und die Hutpilze (Hymenomyceten) haben ein gleichartiges Mycel und einen gleich gestalteten, aus Stiel und Hut bestehenden Fruchtträger, sind aber hinsichtlich der Fruktifikationsorgane, welche eine Fruchthaut, das Hymenium bilden, ganz verschieden. Bei den Morcheln besteht die Fruchthaut aus haarartigen Zellen, den Paraphysen und aus schlauchförmigen Sporangien, welche je acht Sporen enthalten, während das Hymenium der Hutpilze Paraphysen und keulenförmige Zellen, Basidien besitzt, an welchen durch Abschnürung vier kurz gestielte Sporen ausgebildet werden. Die Fruchthaut der Morcheln"überzieht den ganzen Hut; bei den Hutpilzen dagegen werden nur einzelne Teile des Fruchtkörpers von dem Hymenium bekleidet. Da diese Teile eine verschiedene Ausbildung haben, so lassen sich die Hutpilze danach in Blätter-, Falten-, Löcher-, Stachel- und Keulenschwämme einteilen. Trotz ihrer gleichen Gestalt sind die Morcheln und die Hutpilze nach der Entstehung der Sporen sehr verschieden und müssen in zwei verschiedene Gruppen gestellt werden, welche man als Schlauchpilze und Basidieupilze bezeichnet. Auch die Trüffeln (Tuberaceen) und die Staubpilze (Lycoperdiaceen), welche wegen ihrer kugelligen oder knollenförmigen IV

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.