Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2580773-2580832--1538-2582337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25 welche als Fruchtblätter bezeichnet werden. Diese haben, ausser bei dem Tannen-Bärlapp, eine besondere Gestalt und vereinigen sich an den Enden der gabeligen Zweige zu einem ährenförmigen Fruchtstand. Die aus den Sporangien freiwerdenden einzelligen Keimkörner bilden auf der feuchten Erde durch Zellteilung und wiederholte Zellvermehrung einen knollenförmigen, mit Rhizoiden versehenen Vorkeim, auf welchen die Antheridien und Archegonien entstehen. Aus den befruchteten Archegonien wachsen dann die jungen Pflanzen hervor, während das Prothallium zu Grunde geht. Die Astmoose stehen hinsichtlich ihrer Organisation viel tiefer, als die Bärlappgewächse, obgleich sie mit diesen eine auffallende Ähnlichkeit haben. Ihr Stengel besteht aus Geweben, welche mehr oder minder gleichförmig sind, keine Differenzierung in Mark und Rinde erkennen lassen und auch keine Gefässbündel bilden, denn die zu einem Strange vereinigten, lang gestreckten Zellen, welche den Stengel in axiler Richtung durchziehen, können mit den Leitungssträngen, welche die Bärlappe und alle höheren Pflanzen besitzen, nur ihrer Punktion nach verglichen werden. Wie der Stengel, so zeigen auch Wurzeln und Blätter einen sehr einfachen Bau. Statt der aus verschiedenen Geweben und Gefässbündeln gebildeten Wurzeln, mit denen die Bärlappgewächse ausgerüstet sind, haben die Moose Rhizoiden, einfache Zellfäden, welche aus der Epidermis des Stengels hervorwachsen. Und die Blätter bestehen nur aus einer einzigen Schicht von Zellen, in welcher ein mehrschichtiger Streifen eine Art Mittelrippe bildet. Die für die Bärlappe wie für alle höheren Pflanzen so wichtigen Atemspalten und Atemhöhlen fehlen den Moosen. Wie der Bau des Körpers, so ist auch die mit der Fruktiftkation zusammenhängende Entwickelung der Moose wesentlich anders, als die der Bärlappgewächse. Die Moos-Sporen bilden auf dem feuchten Erdreich einen verzweigten Zellfaden, das Protonema, aus welchem unmittelbar junge blatttragende Pflanzen hervorsprossen; und auf diesen entstehen alsbald die Antheridien und Archegonien, durch welche die Sporenhehälter erzeugt werden. Die Sporangien unterscheiden sich in mehrfacher Weise von denen der Bärlappe, sie erheben sich auf langen Stielen, sind kapseiförmig, besitzen eine Mittelsäule und springen bei der Keife mit einem Deckel auf, während die nierenförmigen Sporangien IV