Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 137)
- Language
- German
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24 kambiumlos wie bei den Palmen, doch haben sie keine Gefässe, sondern statt dieser Tracheiden. Trotz des gleichen Habitus ist der systematische Unterschied zwischen beiden Pflanzenarten sehr gross. Die Palmen bilden Blüten aus und bringen Samen hervor, aus welchen sich unmittelbar die jungen Pflanzen entwickeln, welche der Mutterpflanze ganz gleich werden. Bei den blütenlosen Farnen dagegen entsteht aus den Sporen zunächst ein Vorkeim, ein parenchymatisches Gewebe von sehr einfacher Gestalt. Dieses Gewebe erzeugt zwei verschiedene Organe: die Antheridien und die Ärchegonien, die ihrer Funktion nach den Staubgefässen und den Stempeln der Blütenpflanzen zu vergleichen sind. Aus der befruchteten Eizelle eines Archegoniums entwickelt siclralsbald ein Embryo, welcher allmählich zu einer jungen Farnpflanze heranwächst, während der Vorkeim zu Grunde geht. Derartige Beispiele lassen sich auch in der Abteilung der blütenlosen Pflanzen finden. Unter den blattbildenden Kryptogamen sind die Bäiiappgewächse nach ihrem verästelten, dicht mit schuppenförmigen Blättern besetzten Stengel den Astmoosen so ähnlich, dass sie häufig mit diesen verwechselt werden; und doch besteht zwischen beiden nach ihrem anatomischen Bau, der Fruktifikation und der Entwickelung ein grosser Unterschied. Die Bärlappgewächse sind echte Gefässpflanzen und besitzen als solche hoch entwickelte Organe. Ihr Stengel, die Wurzeln und die Blätter haben eine ähnliche Ausbildung wie die gleichwertigen Organe der Phanerogamen. Der Stengel wird in centraler Richtung von Gefässbündeln durchzogen, welche deutlich in einen Holz- und Bastteil differenziert sind. Wie der Stengel, so werden auch die Nebenwurzeln, welche endogen aus dem Stengel hervorwachsen und wie dieser gabelig verzweigt sind, und die Blätter, welche exogen gebildet sind und eine Epidermis mit Spaltöffnungen und ein paremhymatisches Blattfleisch mit Atemhöhlen besitzen, von Leitungssträngen durchzogen. Als Sporenpflanzen sind die Bärlappgewächse mit den Moosen verwandt, unterscheiden sich aber von diesen durch die Form und Ausbildung der Sporangien. Die nierenförmigen Sporenbehälter entstehen in der Achsel von Blättern und bilden sich aus den unter der Epidermis liegenden Zellschichten dieser Blätter, IV