Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 132)
- Language
- German
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19_ nen nur nach ihren grundständigen Blättern als primelartige Blumen. Die Abweichung von der typischen Form ist am stärksten bei den kleinen Alpenpflanzen Androsace helvetica und glacialis, welche nach dem niederliegenden, stark verästelten Stengel, der dicht mit lanzettlichen Blättern besetzt ist, das Aussehen von zarten Astmoosen haben, sowie bei den beiden zu dieser Familie gehörenden Salzpflanzen, von denen die Salzbunge der kleinen Mondviole ähnlich ist, während das Milchkraut dem zu den Fettpflanzen gehörenden Mauerpfeffer gleicht. Die Arten der Gattung Lysimachia, welche gegenständige Blätter haben, und deren Blüten entweder einzeln aus den Blattachseln entspringen oder Trauben und Rispen bilden, machen vollständig den Eindruck von Weiderich- Gewächsen, und die kleinen, zierlichen Arten von Anagallis erinnern weit mehr an die Mieren, als an die Primeln. Auch der Siebenstern und die Sumpfprimel weichen von der Grundform der Familie in bemerkenswerter Weise ab und haben mehr Ähnlichkeit mit Pflanzen anderer Familien, als mit den Primeln. Der in Gebirgswäldern häufig vorkommende Siebenstern, dessen Schaft sieben grosse, einen Quirl bildende Blätter, aber nur zwei Blüten trägt, hat ganz das Aussehen der zu den Liliengewächsen gehörenden vierblätterigen Einbeere, während die Sumpfprimel mit ihren kammförmig gefiederten Blättern und der aus Blütenquirlen zusammengesetzten Traube dem Tausendblatt ähnlich ist. In keiner Familie zeigen die Pflanzen einen so verschiedenen Habitus, als in jener der Wolfsmilchgewächse. Die Kräuter, welche in dieser Familie vorherrschen, und zu denen auch die einheimischen Arten gehören, sind ebenso vielgestaltig, wie die strauch- und baumartigen Formen, welche nur in den Tropen vorkommen. Unter diesen giebt es einige, welche nach Stamm, Krone und Laub an unsere Waldsträucher und an Obstbäume erinnern, die meisten aber haben ein ganz eigenartiges Ausseben. Zu den seltsamsten Formen gehören diejenigen Arten, welche wie Euphorbia canariensis einen fleischigen, blattlosen Stamm haben und dadurch den säulenförmigen Fackeldisteln täuschend ähnlich sind. Auch die einheimischen Arten haben eine ganz verschiedene Tracht. Die Bingelkräuter gleichen nach ihren Blättern und den geknäuelten Ähren vollständig den Melden, haben aber mit den Wolfsmilcharten nicht die geringste Ähnlichkeit. iv