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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 133

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 133)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1533-2582332
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20 Wie Stengel und Blätter, so haben auch die Blüten eine sehr verschiedene Ausbildung. Diese sind bei einigen Arten einhäusig, bei anderen zweihäusig und nur selten mit Kelch und Krone versehen, die meisten haben ein Perigon oder sind nackt. Die nackten Blüten, welche der grossen Gattung Euphorbia eigen sind, vereinigen sich zu kleinen Blütenständen, welche Einzelblüten gleichen, und diese bilden eine Dolde, die dem Blütenschirm der Umbeliiferen sehr ähnlich ist. Die Blütenstände der übrigen Gattungen stellen entweder Trauben und Bispen oder geknäuelte Ähren dar. Obgleich die Blüten eine sehr verschiedene Ausbildung haben, so zeigen doch die Früchte und Samen einen sehr gleichartigen Bau. Aus dem Fruchtknoten der Stempelblüte, welcher aus zwei oder drei Karpellen verwachsen ist, entsteht eine Kapsel, an deren Mittelsäule sich die Samen entwickeln. Diese enthalten einen geraden Keimling, der in der Achse eines fleischigen Endosperms liegt, und sind dadurch merkwürdig, dass sie einen wulstigen Anhang tragen. Durch diese Merkmale der Fruktifikationsorgane sind die Wolfsniilchgewäehse sehr deutlich als Mitglieder einer Familie gekennzeichnet, obgleich ihr Habitus die grösste Verschiedenheit zeigt. Die angeführten Beispiele aus den Familien der Rosen- und Geissblattpflanzen, der Primel- und Wolfsmilchgewächse zeigen, dass die äussere Tracht vieler Pflanzen trotz naher Verwandtschaft sehr verschieden ist. Den Gegensatz hierzu bilden die nicht seltenen Fälle der übereinstimmenden oder ähnlichen Formen solcher Pflanzen, die nur in einem geringen Grade mit einander verwandt sind. Als Beispiel dafür sei auf die Lippenblüter (Labiaten) und Raehenblüter (Scrophulariaceen) hingewiesen. Die Ähnlichkeit dieser Pflanzen macht sich am Stengel, an den Blättern und vor allem an den Blüten bemerkbar, welche durch eine zweilippige Blumenkrone und durch vier als zweimächtig bezeichnete Staubgefässe ausgezeichnet sind. Manche Raehenblüter, besonders diejenigen, welche gegenständige Blätter und quirlständige Blüten haben, sind den Lippenblütern so ähnlich, dass man dieselben, wie die Arten der Gattungen Wachtelweizen, Hehnenkamm und Augentrost für echte Lippenblüter halten kann. IV

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