Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
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17_ Die Familie ist demnach durch die Blüten und die Früchte gut gekennzeichnet, wenn auch im Habitus der Arten grosse Unterschiede hervortreten. Im Gegensatz zu den meisten Gattungen haben die Erdbeeren und die Fingerkräuter eine sehr ähnliche Tracht; und Fragaria collina und Potentilla sterilis gleichen sich in einem solchen Masse, dass sie selbst zur Blütenzeit häufig miteinander verwechselt werden. In der Familie der Greissblattpflanzen herrschen ähnliche Verhältnisse vor, wie in jener der Rosaceen. Die Blüten dieser Gewächse zeigen alle denselben Bau, während die Früchte trotz ihrer gleichen Anlage eine verschiedene Ausbildung erlangen. Der mehrfächerige Fruchtknoten, in welchem die Samenknospen an einer axilen Placenta sitzen, entwickelt sich bei den meisten Arten zu einer mehrt ach erigen und mehrsamigen Beere. Die abweichenden Formen: die Nussfrueht bei Linnaea und die Kapselfrucht bei Weigelia entstehen durch das Fehlschlagen einzelner Fächer und Samenknospen, sowie durch die Veränderung der Fruchtschale. Die in den Früchten ausgebildeten Samen sind bei allen Arten gleich, denn sie enthalten einen geraden Keimling der in der Achse eines fleischigen Eiweisses liegt. Obgleich die G-eissbiattpflanzen, mit Ausnahme des Bisamkrautes und des Zwerg-Holunders, strauchartig sind, so zeigen sie doch einen ganz verschiedenen Habitus. Die Kontinuität in der Ähnlichkeit der Arten fehlt selbst innerhalb einzelner Gattungen. Besonders auffallend ist dies in der Gattung Lonieera. Das gemeine und das zahme Geissblatt und die zu derselben Gattung gerechneten Heckenkirschen sind in ihrem ganzen Aussehen grundverschieden; jene haben einen windenden Stamm, stengelumfassende Blätter und grosse, lippenförmige Blumen, die in dichten Büscheln stehen, während diese den Typus der gewöhnlichen Sträucher bewahren und regelmässige, glockenförmige Blumen tragen, die paarweise aus der Achsel der Blätter entspringen. Einen wesentlich anderen Habitus, wie ihn die windenden Geissblätter und die strauchf orangen Heckenkirschen zeigen, besitzen die zu den Gattungen Sambucus und Viburnum gehörenden Arten des Holunders und des Schneeballes, sowie die Arten der Gattung Linnaea. IV