Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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16 frucht, die einem kleinen xlpfel gleicht. Die eiweisslosen Samen enthalten einen geraden Keimling, der sich durch die fleischigen Kotyledonen und das umgebogene Würzelchen auszeichnet. Hinsichtlich der Samen zeigen alle Rosengewächse eine grosse Übereinstimmung, nach den Blüten und Früchten weichen aber manche Arten von der Grundform in bemerkenswerter Weise ab. Der Blütenboden ist nur selten krugförmig, bei den meisten Arten nimmt er eine giocken- oder scheibenfömige Gestalt an, und in der Gattung Rubus erscheint er kegelförmig. Wenn man von der verschiedenen Form des Blütenbodens absieht, so zeigen die Blüten der meisten Arten den typischen Bau der Rose. Eigenartig sind aber die Blüten von Alchemilla und Sanguisorba mit dem vierteitigen Diagramm, welches sich in keiner Weise auf die Grundform zurückführen lässt. Auch die Früchte haben bei den meisten Rosengewächsen dieselbe Ausbildung. Dass die Nüsschen bei einigen Arten in dem Blütenboden, bei andern auf demselben entstehen, und dass der Blütenboden bei den einen trocken ist, bei andern aber fleischig wird, sind unwesentliche Abänderungen. Als eine wesentliche Abweichung von der typischen Fruchtbildung muss jedoch die der Spierstauden und der Brombeersträucher bezeichnet werden, denn jene entwickeln Balgkapseln, welche mehrsamig sind, und diese bringen kleine Steinfrüchte hervor, die mit einander so verwachsen, dass eine beerenartige Sammelfrucht entsteht. Die verschiedene Ausbildung der Blüten und der Früchte hat Veranlassung gegeben, die Rosengewächse in mehrere Familien einzuteilen. Dazu liegt aber kein zwingender Grund vor. Wenn auch bei manchen Arten einzelne, wesentliche Organe von dem typischen Bau abweichen, so werden diese Abweichungen doch durch andere, dem Typus genau entsprechende Bildungen ausgeglichen. Die Spierstauden, welche kapselartige Früchte tragen, und die Brombeersträucher, welche durch die verwachsenen Steinfrüchte ausgezeichnet sind, geben sich durch ihre Blüten als echte Rosengewächse zu erkennen; und Alchemilla und Sanguisorba zeigen in dem von einem krugförmigen Blütenboden umschlossenen Nussfrüchten deutlich den Charakter der Rosaseen an, obgleich ihre Blüten von denen der echten Rosen sehr verschieden sind. IV