Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
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5 führenden Phanerogamen und Farnpflanzen werden aus diesem Grunde höhere Pflanzen genannt, während die gefässlosen Lagerpflanzen, bei denen die Ernährung der einzelnen Zellen nur durch Diosmose möglich ist, als niedere Pflanzen gelten. Die Moose nehmen in der Keine der Pflanzen eine besondere Stellung ein. Nach ihrem anatomischen Bau bilden sie den Übergang von den Getasskryptogamen zu den Lagerpflanzen; diesen gleichen sie nach den einfachen Geweben, aus welchen alle ihre Teile zusammengesetzt sind, während sie mit jenen darin übereinstimmen, dass ihr Körper deutlich gegliedert ist und von langen, dickwandigen Zellen durchzogen wird, die als Gelasse funktionieren. Im Gegensatz zu den Phanerogamen und Farnpflanzen sind die Pilze, Algen und Flechten als reine Zellenpflanzen zu bezeichnen, weil ihr Körper aus Geweben gleichartiger Zellen besteht. Unter diesen erscheinen die Tange und die Hutpilze als die höchsten, die Diatomeen und die Bakterien als die einfachsten Formen. Auf der Grenze des Pflanzenreiches stehen die Flagellaten und die Schleimpilze, einzellige Organismen, welche den Übergang vom Pflanzenreiche zum Tierreiche vermitteln, denn die Flagellaten sind in mancher Hinsicht den Infusorien, die Schleimpilze den Rhizopoden verwandt. Die Flagellaten haben geisseiförmige Bewegungsorgane und eine Mundöffnung wie die Infusorien und vermehren sich wie diese durch Längsteilung. Die farblosen Arten ernähren sich wie die Infusorien, während die gefärbten Arten rohe Nahrungsstoffe assimilieren und deshalb den Algen nahe stehen. Die Schleimpilze gleichen auf ihrer ersten Entwickelungsstufe nach Form, Bewegung und Ernährung den ßhizopoden, kennzeichnen sich aber als Pflanzen dadurch, dass sie Sporangien bilden und sich durch Keimkörner vermehren. Wie jede höhere Pflanze von der Keimung an bis zur Fruchtreife in einer fortschreitenden Entwickelung begriffen ist und stufenweise eine höhere Ausbildung erlangt, so stellt das ganze Pflanzenreich eine fortlaufende Reihe von niederen und höheren Formen dar, die mit den einzelligen Algen und Pilzen, den Diatomeen und Bakterien beginnt und bis zu den höchsten Phanerogamen, den Korbblütern und Schmetterlingsblütern hinführt. Unter den Pflanzen, welche sich als Verbindungsglieder grösserer Ab- IV .