Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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26 Durchbildung mit allen Disziplinen, die eine solche verlangt, Einführung nicht nur in die schriftliche Lehre sondern auch in die Quellen der mündlichen, hat sich organisch in ihren Lehrplan einzufügen, wie es in der Tat in der von S. B. Hirsch begründeten Eealschule durchgeführt ist. Immerhin bleibt es auch da, wo eine solche Schule vorhanden ist, noch eine Pflicht der Eltern, vor der Zeit des Schulbesuchs, während seiner Dauer und nach seiner Vollendung der religiösen Bildung ihres Kindes die weitgehendste Aufmerksamkeit zu widmen und den Anordnungen des Eeligionsgesetzes darin zu folgen, ebenso wie sie seiner Gesamtbildung sorgfältige Pflege angedeihen lassen müssen. Besonders aber haben sie Sorge zu tragen, dass es beim Hinaustreten ins Leben nicht unvorbereitet mit den religiösen Gegensätzen in Berührung kommt, unter deren Zeichen gerade die Gegenwart steht, und denen gegenüber es nur bestehen kann, wenn es sie kennt und durch Vertrautheit mit den Erkenntnisquellen zur *)„ Selbsteinsicht all des Irrigen, all des Oberflächlichen, all des Halb- und Ganz-Unwahren, all der Verstümmelung und Entstellung der Urkunden" gebracht ist, mit welchen „eine sich wissenschaftliche Forschung nennende Sophistik die Irreleitung einer in kläglichster Unkunde befangenen jüdischen Gegenwart vollbringt". Wir hätten noch zu sehen, wie sich nach S. E. Hirsch das Spezielle der Erziehungsaufgabe für jüdische Eltern gestaltet. Indessen sind es hier im Grossen und Ganzen die allgemeinen Grundsätze, bei denen es sein Bewenden haben kann, da es ja nur gilt das Kind und den Jüngling zu üben, dass sie die gewonnene rechte Lebensanschauung unter allen Verhältnissen in die Tat umsetzen und in dem Bewusstsein, ihrer Pflicht zu genügen, alles, was sie derselben abspenstig machen könnte, als minderwertig bei Seite setzen. Das Beispiel der Eltern, die auch in religiösen Dingen, stets freudig und opferbereit, würdig und ernst ihren Kindern vorangehen, ist das beste Erziehungsmittel, sie auch, immer zu Schwererem fortschreitend auf diesem Gebiet zu üben, dass sie einst, wenn sie in die Welt hinaustreten, ihren jüdischen und menschlichen Aufgaben zu genügen verstehen und zu genügen das Bestreben haben. *) Progr. 1870. S. 14. II