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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 71

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1471-2582270
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17 ihrer Zöglinge, direkt anzunehmen, sondern es ist das hauptsächlich Pflicht der Eltern. Es würde ihr ausserdem fast zur Unmöglichkeit werden, da sie zu einer rechten Individualisierung kaum imstande wäre. *) „Sie hat auch gar nicht Gelegenheit, ihre Schüler in der Ganzheit ihres Charakters kennen zu lernen", denn „die schulmännische Erfahrung lehrt zur Genüge, wie gar mancher Schüler sich in der Schule in anderem Lichte giebt, als er sich zu Hause Eltern, Geschwistern und Hausgenossen gegenüber bewährt. Dazu kommt, dass „mit direkten Moralpredigten ad hominem wenig für die Erziehung geschieht, und dass die altjüdische Anschauung, die im „Chinuch", in tatsächlicher Übungsanleitung, das wesentlichste Mittel der Erziehung erkennt, nicht blos jüdische, sondern allgemein menschliche Wahrheit enthält". Wenn die Schule aber in dieser Beziehung etwas tun kann, so ist es nur durch das Beispiel des Lehrers, der in allen Tugenden Muster sein muss, um dem Schüler zu zeigen, dass die Wissenschaft auf sittlichem Grunde zu beruhen hat, dass der Schwerpunkt nicht im Wissen sondern im Erfüllen liegt, „lo hamidrasch ickar ela hammaasse", und dass dem Wissen nur deshalb eine Priorität gebührt, „gadol thalmud schemebi lide maasse", weil nur rechtes Wissen zu rechtem Tun führen kann. Daraus resultieren alle Forderungen, die an den Lehrer gestellt werden müssen, von denen wir nur die eine hervorheben wollen, dass er wisse, dass der Erfolg seines Unterrichts allerdings wesentlich von der Achtung abhängt, die er bei seinen Schülern geniesst, dass er aber nicht weniger durch die Achtung bedingt ist, die er ihnen entgegenbringt, durch die Schonung und Pflege ihres sittlichen Ehrgefühls, die er weise und besonnen zu üben versteht, indem er sich die Forderung unserer Altmeister, „jehi kebod talmidecho chabib alecha kescheloch" zur Norm macht und die Ehre seiner Schüler in gleicher Weise hochhält, wie die eigene. Wir haben im Vorhergehenden kurz die Aufgabe der Schule nach S. ß. Hirsch zu zeichnen gesucht und wollen nur noch die Bemerkung hinzufügen, dass er bei seinen Ausführungen nur „die Schule" als solche, keinesfalls aber eine besondere Schulgattung für einen besonderen Stand ins Auge gefasst hat. Es *) Progr. 1868. S. 13. 11 2

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