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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 69

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1469-2582268
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15 freude zu gemessen und sich durch fortschreitendes geistiges Streben gegen Versinken in menschenunwürdige Verkümmerung sicher zu stellen." S. R. Hirsch's didaktisch-methodische Untersuchungen, die er entsprechend den Anschauungen altjüdischer Meister anstellt, gelangen, wie er selbst bemerkt, im Wesentlichen nicht zu anderen Resultaten als die moderne Pädagogik, nur auf zwei Forderungen sei hier hingewiesen. Er verlangt erstens „leolam jeschanneh odom derech kezarah," dass knapp und präcise gefasste Sätze, die den Extrakt des Unterrichts enthalten, den Schülern eingeprägt werden, und dann „ligmor wehadar lisbor,u dass der Lernende diese Sätze zunächst mit dem Gedächtnis erfasse und dann erst denkend Verständnis und Einsicht für sie gewinne. Er begründet diese Forderungen, deren letztere vielleicht auf den ersten Blick befremdlich erscheinen mag, mit Hinweis auf die Erfolge der altjüdischen Meister, auf folgende Weise. Wohl mögen die Alten, die keine schriftliche Aufzeichnung des Lehrstoffes hatten, mehr auf jenes Verfahren hingewiesen gewesen sein, als wir, aber es *) „dürfte auch für uns der wahrhaft genetisch zeugende Unterricht der lebendigen Rede vom Mund zum Ohr vorbehalten sein". Das Gedruckte und Geschriebene steht für die Schule nur insofern „im Dienst der zu erzielenden Grundlegung geistiger und sittlicher Vollendung", als es zur Wiederholung und Wiederbelebung des bereits lebendig Empfangenen benützt wird. Die Mehrheit der Schüler kehrt aber nach vollendetem Schulleben nicht zu den gedruckten und geschriebenen Bewahrungsmitteln des Gelernten zurück, anderseits würde sich mancher eifriger und ernster der Einprägung des Lehrworts hingegeben haben, wenn er sich nicht auf die Benutzung geschriebener und gedruckter Hilfsmittel vertröstet hätte. So sind präzise und prägnante kurze Lehrsätze, dem Gedächtnis eingeprägt, von nicht zu unterschätzendem Wert. Nun ist aber die Fähigkeit des Gedächtnisses eine viel allgemeiner verbreitete und durch bewusste oder unbewusste Übung gestärkte und entwickeltere, als die Fähigkeit, sinnlich Aufgenommenes zum Gegenstand der *) Progr. 1869. Pädagogisches und Didactisches aus jüd. Sprache und Sprachgedanken. S. 6. ff. II

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