Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2580773-2580832--1468-2582267- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
14 nungen für die Gesamtmenschheit nicht minder als für den einzelnen Menschen." Ausser den Unterrichtszweigen jedoch, die solche direkte Unterstützung des wichtigsten Unterrichts darbieten, sind es noch andere, welche die Schule zu pflegen hat, solche die für die künftige Berufswahl von Bedeutung sind, als Rechnen und Schreiben, solche, die in erster Linie der Ausbildung des Intellekts zu Gute kommen, wie Mathematik, und solche, die mehr manuellen Charakter tragen, wie Zeichnen und auch die Pflege einer gefälligen Handschrift. Alle drei sind nicht gering anzuschlagen, und alle drei sind mit dem Charakter der Schule als einer sittlichen Bildungsanstalt nicht im Widerspruch. Von der Bedeutung der Vorbereitung für das künftige Berufsleben als von einer Rüstung für ein sittliches Leben war bereits oben die Eede, es bliebe also nur der sittliche Bildungswert der übrigen Unterrichtsfächer zu besprechen. In der Programmabhandlung (1868) „Über die Pflege des sittlichen Moments in der Schule" begründet S. R. Hirsch ihre Berechtigung im Lehrplan einer Schule mit den Worten: *) „Wir fürchten nicht einem blossen Lächeln mit der Aeusserung zu begegnen, dass selbst das Klare und Gefällige einer schönen Handschrift, das Saubere und Ordentliche in Schreib- und Arbeitsheften, der im Zeichnen genährte Sinn für Formenharmonie, die Vollständigkeit und Abrundung einer mathematischen und algebraischen Lösung, der in beiden genährte Sinn für das Congruierende und nicht Congruierende, eigentlich der Sinn für logische Harmonieen, das alles dies und ähnliches, sowie die dabei in Tätigkeit kommende Achtsamkeit, Vorsicht, Genauigkeit, Umsicht den ganz gleichen Energieen im sittlichen Gebiet gar wohl zu Gute kommen". So kann es also die Schule, wenn sie von dem Gedanken getragen ist, dass man „in ihr nicht nur „für das Leben" lerne, sondern sich schon inmitten der wirklichen Lebenserfüllung bewege", erreichen, ihre Schüler für die durch das ganze Leben in stetem Fortschritt zu übende Bildungsarbeit zu begeistern,**) „ihnen eine Richtung mit in das Leben hinauszugeben, die sie befähigt, eine von allem Schicksalswechsel unabhängige Lebens- *) Progr. 1868. S. 5. **) Ibid. S, 13. II