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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 65

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1465-2582264
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11 immerhin an solchen, die im Verhältnis zu den Kräften des Schülers beträchtlich sind, vollzogen wird, — die Übung im Gehorchen und Sichbereitstellen zur Erfüllung eines höheren Willens, in der^dabei notwendigen Selbstbeherrschung, in der Pünktlichkeit und möglichsten Vollendung aufgetragener Pflichten, die der Gestaltung eines festen, sittlichen Charakters zu Gute kommt. Nichtsdestoweniger ist es aber doch die Bildungsaufgabe, die vorzüglich von der Schule gepflegt wird, und es gilt also zu sehen, was eine Schule zu lehren hat, um auf dem Gebiete des Eüstens das Möglichste zu erreichen. Grundlage und Weg für alle Erkenntnis der Dinge und Wesen ist Sprachkenntnis und zwar zunächst die Kenntnis der Muttersprache. W. v. Humboldt sagt an einer Stelle, mit jeder Sprache, die man erlernte, erwürbe man eine neue Seele, mit anderen Worten: „Von der Sprache, in der du sprichst und denkst, erhält auch deine ganze Denkweise Richtung und Gepräge". Keiner aber hat wohl diesen Satz so, wie S. R. Hirsch zu begründen gesucht, der in seiner Spracherklärung so consequent, wie möglich, das Prinzip durchgeführt hat, dass die Entwickelung einer Sprache aus sich selbst zu erforschen sei. Ihm ist also noch mehr als jedem anderen, die Erlernung der Muttersprache nicht allein eine linguistische Bildung, sondern ein Rüsten mit Erkenntnis der Dinge und Verhältnisse, eine Aufhellung der Begriffe und eine Entwickelung des Geisteslebens. Dass späterhin fremde Sprachen und ihre Erlernung zu der Muttersprache hinzutreten, ist für ihn nicht absolut notwendig, und welche es gegebenen Falls sind, ist im Allgemeinen an sich gleichgültig, wo aber andere Sprachen erlernt werden, sei es zum Zwecke der späteren Berufswahl, sei es zum Zwecke der allgemeinen Ausbildung, immer hat der formale Bildungszweck Hand in Hand mit der realen, sachlichen Bereicherung und Erweiterung des Gesichtskreises des Lernenden zu gehen. Mit der Sprache der Culturvölker und mit der Einführung in deren Literatur reichen wir ihm den Schlüssel, durch den er einst als Mann die Hallen der geistigen Schöpfungen der Völker betreten und seinen Geist mit allem Wahren und Edlen zu nähren und bereichern vermag, mit dem die edelsten Geister das Reich der Erkenntnis gemehrt haben, geben ihm also die Möglichkeit, sich sein Urteil über die Welt und ihre Er- H

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