Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
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7 erkannt werden, darum muss das „ Dämmerlichtu der Unkenntnis und der Halbkenntnis vor allem durch die „Helle des Gedankensu überwunden werden. Soll der Mann mit rechter Weltanschauung ins Leben treten, mit einer Anschauung, die *)„den Mut des Gegensatzes, den Mut des Alleinseins imd des Alleinwandelns nötigenfalls besitzt", so muss diese Anschauung eine klare sein und durch klare Erkenntnis der richtigen und übereilten Kesultate der Wissenschaft sich gebildet haben. Denn da der Mensch nicht nur unter dem Einfluss seiner eigenartigen Natur steht, sondern auch seine Umgebung „und vor allem seine „Zeit", die unter seinen Zeitgenossen zur Geltung und Herrschaft gelangten Ideen, Anschauungen, Lebensgrundsätze und Lebensgewohnheiten" mächtig auf ihn wirken und sich sein Lebensweg unter allen diesen Einflüssen zusammen gestaltet, muss der Erzieher ihnen allen Rechnung tragen und den Zögling gegen die verderblichen Einflüsse wappnen, „die seiner einst im Leben harren und denen gegenüber er seine geistige und sittliche Selbständigkeit nur wahren kann, wenn sie ihn nicht überraschen". **)„ Aber mit zu dem Wissen, das für den einstigen Lebensweg ertüchtigt, gehört auch solche Kenntnis und Fähigkeit, die deinem Kinde einst die Möglichkeit giebt, selbständig zu werden, wie du es geworden, auch einen Kreis um sich zu ziehen und Güter als Eigentum hineinzutragen und von diesem Kreise aus mit diesen Gütern ein rechtes Leben der Gerechtigkeit und Liebe zu leben", und so gehört auch die Ausbildung für den künftigen Beruf zu den Aufgaben des Rüstens, da auch sie schliesslich zur Durchführung einer sittlichen Lebenspflicht die Vorbedingung ist. Wer klare Erkenntnis erlangen will, muss natürlich klar zu denken verstehen, und so ist zunächst dafür Sorge zu tragen, dass das Kind richtig zu denken und damit zu „lernen erlernt\ Schon früh kann die Mutter es dafür vorbereiten, wenn sie mit Verständnis seine Sinne und seine geistigen Vermögen übt, damit es sich allmählich gewöhnt ***) „richtig zu sehen, richtig zu hören, mit Bewusstsein das Wahrgenommene zu unterscheiden, *) Progr. 1870. Ein Einblick in den Kanon altjüd. Erziehungsnormen. S. 14. **) Choreb. Kap. 84, § 552. ***) Progr. 1874. Von dem Zusammen wirken des Hauses und der Schule. S. 13. U