Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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6 türlich immerHand in Sand mit dem rechten Üben weiterzugehen hat. Denn sind es vornehmlich rechte Urteile über die Welt und über des Menschen Pflichten in derselben, die jenes dem Kinde geben will, so rüsten wir es also mit Wissen, und jedes Wissen ohne Können ist ohne Wert, wie ein rechtes Können ohne Wissen unmöglich ist. Darum haben sich Rüsten und Üben stets zu ergänzen, und daher gilt auch der Ausspruch des weisen Königs, der das Motto der Arbeit der folgenden Jahre bildet „chanoch lanaar al pi darko, gam ki jaskin, lo jessur mimmenno" „erziehe den Knaben nach Massgabe seines Weges, noch als Greis wird er nicht davon lassen", sowohl für das Bildungsals auch für das Erziehungswerk. Was Herbart von dem Reiche der künftigen Zwecke des Zöglings sagt: „Der Erzieher vertritt den künftigen Mann in dem Knaben; folglich, welche Zwecke der Zögling als Erwachsener sich später selbst setzen wird, diese muss der Erzieher seinen Bemühungen jetzt setzen, ihnen muss er die innere Leichtigkeit in Voraus bereiten", das sagt jener Ausspruch Salomos für S. R. Hirsch für die den Lebensweg des jungen Menschen einst begleitenden Lebensumstände und Verhältnisse, die schon von vorneherein vom Erzieher ins Auge gefasst sein müssen, damit er den Zögling befähigen kann, den Weg einzuhalten, der zu dem Ideal hinführt, für das und zu dem er erziehen soll. Die Erziehung wird dadurch nun allerdings nur indirekt tangiert, denn sie bleibt sich in ihrem Wesen stets gleich, immer ein Üben, rechte Erkenntnis in die rechte Tat umzusetzen, aber die Bildungsaufgabe hat aus diesem Grunde die Arbeit, die den Zögling mit rechtem Verständnis für die Welt und ihre Aufgaben erfüllen soll, mit jeder Verschiedenheit der Zeitverhältnisse verschieden zu gestalten. Sie hat stets — wir sprechen zunächst nur von dem allgemein giltigen Gedanken, welcher der Pädagogik S. R. Hirschs zu Grunde liegt — Schritt zu halten mit der Entwickelung der Wissenschaft, soweit diese berufen ist, die Weltanschauung des Menschen zu beeinflussen, aber sie hat diese Pflicht nicht minder, um vorzubeugen, als um positiv zu geben. „En loch ben chorin, elo mi scheossek bathora". „Nur Erkenntnis macht frei" — es sei gestattet, das Wort thora im allgemeinsten Sinne zu nehmen, um jene allgemeinen Gedanken zu abstrahieren —, darum muss alles seinem innersten Wesen nach II