Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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28 einjährigen Militärdienst zu erwerben war? Der Anfang schien nicht sehr vielversprechend, denn das Schuljahr 1887-88 zählte zu Anfang des Jahres 4 und am Schluss des Jahres zwei Schüler; mit diesen wurde die erste Maturitätsprüfung unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial- Schulrates Kanngiesser abgehalten. Nur im Schuljahr 1889-90 ist eine Hebung der Frequenz zu verzeichnen, da in diesem Jahre die Ol 8 Schüler zählte, aber rasch geht es in den folgenden Jahren abwärts: 90-91 beginnt mit 3 und schiesst mit 2 Schülern, 91-92 beginnt mit 2 und schliesst mit einem Schüler. Die Schule hätte die von ihr wohlgemeinte und mit grossen Opfern durchgeführte Einrichtung schliesslich aufgeben müssen, wenn nicht die neuen Schulpläne von 1891 der Sache von selbst ein Ende bereitet und nur die sechsklassige Realschule mit einer Abschlussprüfung für alle nach zurückgelegter Prima hätten bestehen lassen. Haben wir nun die Entwickelung unserer Schule bis auf die Gegenwart verfolgt, so haben wir noch von zwei schmerzlichen Ereignissen zu berichten, welche, wenn auch nicht in die stetig sich weiterentwickelnde Tätigkeit der Schule eingriffen, aber die Geschichte der Schule tief berührten. Am 31. Dezember 1888 beschloss Rabbiner Hirsch im einundachtzigsten Lebensjahr sein tatenreiches und von so grossem segenbringenden Wirken erfülltes Leben. War er auch nicht als Direktor der Schule aus dem Leben geschieden, so war er doch als ihr Gründer nicht ganz ohne Zusammenhang mit ihr geblieben, und sein Einfluss, wenn auch äusserlich nicht bemerkbar, auch nach seinem Ausscheiden aus der Schule ihr erhalten worden. — Über seine vielseitige Tätigkeit als Direktor, über sein unermüdliches Schaffen und Sorgen für das Wohl der Schule haben wir oben schon gesprochen, als wir über sein Ausscheiden aus dem Schulamte berichteten. Wir brauchen hier deshalb bei Erwähnung seines Todes jene Worte der Anerkennung und Würdigung nicht zu wiederholen; er starb als Rabbiner der Gemeinde, und was er als solcher für sie gewirkt, das gehört auf ein anderes Blatt der Geschichte. Wir gedenken hier nur der grossen und berechtigten Teilnahme, der sein Hintritt überall begegnete, weit über unsere Stadt und unser Vaterland hinaus, und der sich in nicht weniger herzlicher Weise die Schule anschloss, die ihrem 1