Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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23 * * * Mittlerweile war eine Veränderung eingetreten, welche Publikum und Lehrer mit Freuden begrüssten. Der Beginn des Schuljahrs wurde wieder, wie es früher gewesen und wie es in den übrigen Schulen der Stadt geblieben, auf Ostern gelegt. Es geschah dieses mit dem 1. April 1879. Es hatte sich doch herausgestellt, dass für unsere Verhältnisse der Beginn des Schuljahres im Herbst sich nicht eignet, umso weniger aber, wenn eine einzelne Schule gegen die übrigen hierin eine Ausnahme glaubt machen zu können. Schon mit Rücksicht auf die Geschäfte, die gewohnt sind, Lehrlinge zum April einzustellen, weil eben die übrigen Schulen ihre Schüler zum April entlassen, war diese Einrichtung auch bei uns wieder einzuführen. Eine tiefergehende Veränderung brachten aber die Normallehrpläne vom Jahre 1882. Diese waren darauf gerichtet, in allen höheren Schulen dem Unterricht in den neuen Sprachen eine grössere Ausdehnung zu geben, und wirkten dadurch und noch durch andere Reformen umgestaltend auf die Lehrpläne aller höheren Schulen, auf Voll- und Nichtvollanstalten. Was nun unsere Schule betrifft, so wurde das Deutsche in VI und V um je zwei Stunden (bisher 6, jetzt 4), in IV um eine (bisher 5, jetzt 4), von da ab bis hinauf ebenfalls um je eine Stunde (bisher 4, jetzt 3 Stunden) vermindert. Die vorgesetzte Behörde, die diese Verminderung anordnete, ging von dem Gedanken aus, dass jede Unterrichtsstunde der Befestigung im deutschen Ausdruck dienen könne und müsse; in diesen Dienst sei aber ganz besonders der nun bedeutend vermehrte fremdsprachliche Unterricht zu stellen, da durch Übersetzen von der fremden Sprache ins Deutsche recht viel Gelegenheit geboten sei, auf Korrektheit und Gewandtheit im Ausdruck hinzuwirken; auch die grammatischen Unterweisungen könnten für das Deutsche nutzbar verwertet werden. Das Französische wurde in VI und V um je zwei Stunden (bisher 6, jetzt 8), in IV um 4(bisher 4, jetzt 8), in III und Unter II um je 2 Stunden (bisher 4, jetzt 6), in Ober II und I um je eine Stunde (bisher 4, jetzt 5) vermehrt. Das Englische fiel in IV weg und begann erst in III mit einer Vermehrung von zwei Stunden (bisher 3, jetzt 5) und wurde I