Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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21 Sie sahen Reihen von Schülergenerationen heranblühen, gewonnen für Wahrheit und Pflichttreue, die in ihrer grossen Mehrzahl im Leben bewahrheitet?haben, wofür sie in der Kindheit und Jugend sich begeistert, die auch als Männer und Frauen, als Väter und Mütter nie aufgehört haben, sich als Schüler und Schülerinnen dieser Schule zu fühlen und zu bewähren. Sie alle, alle, auch die räumlich Fernen, auch die bereits ihres treuen Lebens nach menschlicher Anschauung, ach! so früh gestecktes Ziel erreicht und vor allem die treuen Mitarbeiter, denen es nicht beschieden war, diesen glücklichen Tag mit zu begehen und auch die Männer und Frauen, die in treuer Hingebung dort für die Schule gesorgt, — sie alle, alle sind unserem Herzen in dieser Stunde gegenwärtig — darum bleibt den Räumen, die wir verlassen, ein warmes, treues, dankbares Gedächtnis dauernd gesichert". Nach diesen eindrucksvollen Worten, denen sich noch die besonderen Wünsche für das Gedeihen der Schule anschlössen, bestieg Herr Rabbiner Hirsch die Rednerbühne. Nach einigen einleitenden Worten sprach er den Segensspruch DTODm TlttD, den Dank gegen Gott, den Gütigen und so reichlich Wohltaten Spendenden, wies auf die hohe Bedeutung hin, welche die jüdischen Weisen dem Jugendunterricht ihre Fürsorge beimessen. Sprechen sie doch nur der Gemeinde Existenzberechtigung zu, welche der Pflege des Jugendunterrichts ihre Sorge zuwendet. Dies sei es denn auch gewesen,was unsere Gemeinde bewogen, in erster Linie eine Stätte für den Unterricht der Jugend zu bauen, eine solche noch vor Vollendung der Synagoge mit freudiger Hingebung ins Leben zu rufen. So stehe dieses Haus als ein Ehrendenkmal für die hochherzigen Spender da, wie auch für die Mitglieder der Gemeinde, die durch eigene Opferwilligkeit zur Vollendung desselben beigetragen haben. Mit einem Gebet für das Gedeihen der Schule schloss der greise Rabbiner seine Rede. Herr Oberbürgermeister v. Miguel, der nun das Wort ergriff, sprach seine Freude über die Vollendung des Schulhauses aus, das er unter den Schutz der Stadt nehme. Wiewohl diese Schule formell nicht im Zusammenhange mit der Stadt stehe, sei sie doch moralisch mit ihr aufs engste verbunden, denn auch sie sei eine Pflanzstätte, um gute und treue Bürger und treue Söhne und Töchter des Vaterlandes zu erziehen. Sie sei ein Zeugnis der Munificenz einer Familie, der Opferwilligkeit der Mitglieder der isr. Religionsgesellschaft, wie der Erfolge, welche eine in ihrer religiösen Uberzeugung einige Gemeinschaft zu erzielen imstande 1