Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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20 des Planes und die Leitung des Baues, dem Baumeister und allen denen, die den Bau gefördert hatten. Die eigentliche Festrede hielt alsdann Herr Direktor Dr. M. Hirsch, welcher, an den Dank des vorhergehenden Eedners anknüpfend, den Dank aussprach, den man dem Leiter aller Schicksale und Geschicke des Menschen und der Menschheit schulde, der seinen Segen sichtlich auf dieser Anstalt habe ruhen lassen, welche unter Schwierigkeiten und Gregnerschaft entstanden, sich so herrlich entwickelt habe und so schön erblüht sei, dass sie sich die Achtung auch ihrer Gegner und die Anerkennung weiter Kreise erworben habe. Dann das Prinzip, auf dem die Schule gegründet ist, hervorhebend, dass die Vereinigung religiöser Erkenntnis und wissenschaftlicher Bildung kein Kompromiss innerlich sich widerstrebender Bestrebungen sei, „bei dem nur widerwillig und äusserem Zwang folgend, aus Opportunitätsrücksichten gegenseitig Konzessionen gemacht und Opfer gebracht werden", sondern diese Vereinigung aus dem innersten Wesen des Judentums fliesse, betonte er das schwesterliche Verhältnis dieser Schule zu den übrigen der Stadt, deren Vertreter alle zur Feier erschienen waren, und dankte ihnen für ihre Teilnahme. Desgleichen begrüsste der Redner die städtischen Behörden, die Vertreter der königlichen Behörden und dankte endlich demKgl. Provinzial-Schulkollegium, das durch seine „überwachende und anweisende Fürsorge so wesentlich die Schule in der Erreichung der allen gemeinsamen Ziele zu fördern weiss". Nach einer Mahnung an die Schüler, denen nun das prächtige Haus zu ihrer Benutzung übergeben werde, sich der grossen Fürsorge durch ernsten Fleiss und gutes Betragen würdig zu zeigen, widmete der Redner dem alten Hause Worte wehmütigen Abschieds, deren tiefe Wirkung wir nicht durch einen kurzen Auszug schwächen, sondern vollständig hier wiedergeben wollen: „So möge denn unser Einzug in dieses Haus gesegnet sein! Möge der Segen Gottes, der so sichtbar während fast dreier Decennien auf den einfachen bescheidenen Räumen, die wir verlassen, geruht hat, uns in dieses stattliche Haus hinübergeleiten. Denn nicht ohne Wehmut, in diesem gehobenen Momente des Einzuges ziemt es sich wohl es auszusprechen, nicht ohne Wehmut verlassen wir sie, die bescheidenen so vielfach unzulänglichen Räume. Sie sind doch die Zeugen langjähriger berufsfreudiger Tätigkeit, die Zeugen beglückender Erfolge gewesen. I