Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2580773-2580832--1424-2582223- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
18 beginnen musste und keine Mittagsruhe erlaubte, ob im Sommer Bruthitze über der Strasse lagerte, ob der Vormittag die Anstrengung einer Predigt gebracht hatte — nichts konnte für ihn Ursache werden, sie ausfallen zu lassen. Erst als Gesundheitsrücksichten ihm grössere Schonung auferlegten, hörten diese Prüfungen auf. Fügen wir noch hinzu, dass er für die jahrelange Führung der Schule mit all den Arbeiten, die sie mit sich brachte, nicht einen Pfennig Entgelt beanspruchte oder erhielt, so glauben wir, damit die Betrachtung über die Wirksamkeit des ersten Direktors unserer Schule schliessen zu können. * * * Fast mit dem Wechsel im Direktorat fällt ein Ereignis zusammen, das einen neuen Abschnitt in der Geschichte unserer Schule vorbereitete. Die Räume der alten Schule reichten nichj mehr aus, denn die Schülerzahl war, Knaben und Mädchen, auf 498 angewachsen. Es machte sich nicht allein der oben schon erwähnte Missstand geltend, dass wir keinen Spielplatz hatten, so dass die Kinder die engen Korridore während der Pausen als ihre Erholungsplätze benutzen mussten, auch der Mangel eines Turnplatzes, besonders aber die Enge der Zimmer und die nicht ausreichende Anzahl derselben, die uns sogar zwang, eine Zeitlang eine bessere Mansarde als Klassenzimmer zu benutzen, häuften die Schwierigkeiten der Verwendung des alten Hauses als Schulhaus immer mehr. Die Not war aufs höchste gestiegen, die grossen Geldmittel, die zum Ankauf eines Platzes und zum Bau eines modernen Schulhauses notwendig waren, fehlten. — Da kam die Hilfe. Freiherr und Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild entschlossen sich, zum Andenken an die Vermählung ihrer Tochter (24. Oktober 1877), Freiin Adelheid mit Freiherrn Edmund von Rothschild, in hochherziger Weise die ansehnliche Summe von M. 300000 zur Erbauung eines neuen Schulhauses der Gemeinde der Israelitischen Religionsgesellschaft zuzuwenden. Bald war nun um die Summe von Mk. 112000 der südliche Teil des dem Militärfiscus gehörenden Militärlazarett-Grundstückes am Tiergarten erworben, ein Areal von 3645 qm., das für eine I