Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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7 Doch nicht ohne einen Zwischenfall, der bei der Darstellungeiner Geschichte unserer Schule nicht mit Stillschweigen übergangen werden darf, sollte die Eröffnung derselben sich vollziehen. Herrn Rabbiner Hirsch wurde auf dem Wege zur Schule, zu deren Einweihung er sich begab, etwas Gedrucktes in die Hand gedrückt, das sich ihm später als ein gegen die neue Schule gerichtetes Pamphlet offenbarte. Es war ein dem am Eröffnungstage der Schule erscheinenden „Frankf. Journalu beigelegtes Flugblatt, welches die neue Schule als ein kulturfeindliches Werk der christlichen und jüdischen Einwohnerschaft Frankfurts denunzierte. Es war dies ein Partherpfeil der unedelsten Art, der, wie der Schütze es wohl gewünscht, die junge Schule bei ihrem ersten Schritt ins Leben tödlich treffen sollte. Dem ehrlichen offenen Gegner, der sachlich kämpft, wird niemand sein Auftreten verübeln, mag jeder seine Ansicht und seine Meinung frei und unerschrocken vertreten. — Es wäre ja ein Wunder gewesen, wenn diese Schule, die mit dem Anspruch hervortrat, der heranwachsenden Generation mit einer zeitgemässen, umfassenden Bildung zugleich die Kenntnis der biblischen und talmudischen Quellenschriften des jüdischen Religionsgesetzes zu übermitteln, keine ehrlichen und überzeugungstreuen Gegner hätte haben sollen, die ihrer ganzen Erziehung nach nicht von der Anschauungsweise beherrscht gewesen wären, eine solche Verbindung als eine Utopie anzusehen oder als ein Vorhaben, das in das Dunkel des Ghetto zurückführen musste; aber sie schwiegen, weil sie zu ehrlich waren, statt Beweise Vermutungen vorzubringen. Aber diese Schmähschritt, unter dem Schutz der Anonymität geschrieben, die statt sachlicher Gründe Sottisen brachte, diese Schrift, die nicht aufklären, die nur verwunden wollte, sie zeigte, wie wenig sich gegen diese neue Lehrstätte, oder vielmehr wie sich garnichts gegen sie sagen liess, und es bedurfte auch nur einer entschiedenen Abfertigung seitens des Herrn Rabbiner Hirsch, die im „Intelligenzblatt" in der 1. Beil. der No. 88 (8. April 1853) erschien, um gegnerische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Dass dieser Angriff nur diesen einen verantwortlich macht, dass er jnicht auf das Konto einer Partei zu schreiben sei, deren Wortführer der Anonymus zu sein vorgibt, hebt der Verf. der Antwort am Schluss seines Schreibens besonders hervor: 1