Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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6 In diesem Bescheide war ausgesprochen, dass die Schule der Aufsicht der gemischten Kirchen- und Schulbehörde „unterworfen" dass Abänderungen im Lehrplan, wie auch Anstellung von Lehrern nur mit Genehmigung dieser Behörde gestattet und alljährlich Bericht über den Gang der Schule jener einzureichen sei.*) So war in verhältnismässig kurzer Zeit ein grosses Ziel erreicht, und man konnte nun an die Errichtung eines Werkes gehen, das der Gründer und erster Leiter mit seinem weitvorschauenden Blick als den Lebensnerv der jungen Gemeinde betrachtete und das sich auch im Laufe der Zeiten als solcher erwiesen hat. Die Aufgabe der Schulkommission, die mit nicht genug anzuerkennender Hingabe und Selbstverleugnung gearbeitet hatte, war gelöst, sie konnte ihr Mandat in die Hände des Vorstandes zurückgeben, der jetzt zur Wahl eines „ Schulrates" schritt, welcher aus einem Vorstandsmitglied, einem Mitgliede des Ausschusses und drei Gesellschaftsmitgliedern bestand, dem nun im Verein mit dem Eabbiner, dem designierten Rector der neuzugründenden Schule, die Constituierung der Lehranstalt oblag. Der erste „Schulrata bestand aus den Herren Phil. Abr. Cohen, Meier B. Goldschmidt, Jac. M. Kann, Freiherr Wilhelm Carl von Rothschild und Emanuel Schwarz Schild. Infolge eines an die Gemeinde-Mitglieder erlassenen CJirculars wurden ansehnliche Beiträge für die neuzugründende Schule gezeichnet, und eine Reihe von Eltern erklärte sich bereit, ihr ihre Kinder zu übergeben. Das Haus Schützenstrasse 14, das zu einem grösseren Areal gehörte, welches die Religionsgesellschaft für den Bau einer Synagoge erworben hatte, wurde für die Schule bestimmt; bauliche Veränderungen, die notwendig waren, das Haus, ursprünglich ein Wohnhaus, den Zwecken eines Schulhauses dienstbar zu machen, waren bald vollendet, so dass dasselbe am 1. April 1853 seiner neuen Bestimmung übergeben werden konnte. Mit 84 Schülern und Schülerinnen (55 Knaben und 29 Mädchen) für deren Unterricht 4 Lehrer und eine Handarbeitslehrerin gewonnen waren, wurde die Schule eröffnet. Diese Lehrkräfte waren die Herren Dr. S. Dessau, J. M. Japhet J. Kra, A. Baruch und die Lehrerin Frl. Herzog. *) S. Anhang III I