Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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8 „Einer Täuschung müssen wir jedoch am Schlüsse noch entgegentreten. Der namenlose Schatten geriert sich, als vertrete er in seinen Äusserungen die Majorität der hiesigen Gemeinde. Das verneinen wir entschieden und laut. So tief ist die brüderliche Liebe noch nicht zum Schatten geworden, so ganz nicht die Pietät für das väterliche Heiligtum geschwunden. Wir wissen sehr wohl die grosse Gesamtheit der Gemeinde von denen zu unterscheiden, die sich so laut als Vertreter der Majoritätsgesinnung benehmen. Wir sind überzeugt, selbst diejenigen, die unserer Richtung am fernsten stehen, perhorrescieren den Anonymus und sein Blatt und seine ganze Expectoration, sind überzeugt, wenn eben die Majorität, die zu vertreten der Anonymus vorgibt, sich aussprechen könnte, sie würde nur ein Wort der Liebe und der brüderlichen Anerkennung für ein Streben haben, das kein anderes Ziel kennt, als das Heiligtum in seinem Lichte und seiner Wahrheit wieder aufzubauen und zu erhalten, für das ja auch ihre Väter freudig gelebt und gestorben". Von den sechs Klassen, die der Lehrplan ins Atige fasste, traten vorläufig vier ins Leben (VI—IV), die zwei untersten mit einjährigem, IV und III mit zweijährigem Kursus: die Trennung der Geschlechter begann erst in der dritten Klasse. Nach Ablauf eines Jahres trat an die Schule die Pflicht heran, öffentlich Rechenschaft über ihre Leistungen abzulegen. Sie hielt ihre erste öffentliche Prüfung ab, die einen solchen Erfolg erzielte, dass nicht nur der Vorstand der Religionsgesellschaft sich bewogen sah, den Schulrat zu ersuchen, den Lehrern seinen Dank für ihre wohlverdienten Leistungen zu übermitteln, was auch durch eine sehr schmeichelhafte Zuschrift an diese geschah, sondern dass auch bisherige Gegner sich anerkennend über die Leistungen aussprachen. Man konnte von da ab einige Jahre nacheinander einen durch Fachkenntnis und Gelehrsamkeit hervorragenden Gegner des Prinzips, das die Schule vertrat, als aufmerksam zuhörenden Gast bei den Prüfungen der Schule bemerken. Wir schalten hier eine kurze Darstellung der Art und Weise jener öffentlichen Prüfungen ein. Diese Prüfungen nahmen viel Zeit in Anspruch, sie dauerten in allen Schulen Frankfurts eine ganze Woche. Sie sollten dem Publikum, besonders den Eltern, Pechenschaft über I