Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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5 erheischte grosse Opfer, und es ist ein schönes Zeugnis für die Opferwilligkeit jener kleinen Gemeinde, dass Rabbiner Hirsch, als er schon im zweiten Jahre seiner Berufung, am 1. Juli 1852, an den Vorstand mit einem Schreiben herantrat, in welchem er die Gründung einer Schule, „in welcher das Element des religiösen Lebens und das der allgemeinen sozialen Bildung mit gleicher Sorgfalt gepflegt und gefördert werden sollte", beantragte, dieser Antrag nicht nur in dem Gremium des Vorstandes bereitwillig angenommen wurde, sondern auch die Gemeindemitglieder zu tätiger Unterstützung und Förderung des Projektes begeisterte. In der Vorstandssitzung vom 5. Juli 1852 wurde eine Kommission erwählt, welche mit den Vorarbeiten für die Gründung einer Lehranstalt in Gemeinschaft mit dem Herrn Rabbiner Hirsch betraut wurde. In diese Kommission wurden folgende Herren gewählt: Selig M. Schwarzschild und Philipp Abr. Cohen aus dem Vorstande, Meier B. Goldschmidt und Moritz M.Oppenheimer aus dem Ausschuss, die Gesellschaftsmitglieder Löb Jacob Bass und Abraham J. Weiller und Emanuel Schwarzschild als Schriftführer. Ein an den Senat gerichtetes Bittgesuch der Isr. Religionsgesellschaft, die Errichtung einer Schule zu gestatten, das die Notwendigkeit einer solchen für die junge Religionsgesellschaft begründete *), begleitet von einem sorgfältig ausgearbeiteten Lehrplan, der die Ziele darlegte, welche die neue Schule zu erstreben beabsichtigte **), eröffnete die Verhandlungen mit den Behörden, die von gutem Erfolge gekrönt waren. Der Lehrplan umfasst alle Gegenstände einer Real- und höheren Mädchenschule, sowie einen methodisch gegliederten religiösen Unterricht, der die Knaben in die Quellenkenntnis des jüdisch-religiösen Schrifttums, für die Befähigten in die Kenntnis des Talmud einführt und die Mädchen mit dem Urtext der h. Schrift bekannt macht. Bereits am 22. Dezember konnte der Vorsitzende, Herr Selig Schwarzschild, in der Vorstandssitzung das am 21. Dezember eingelaufene Dekret des grossen Rats d. d. 2. December vorlegen, das die Errichtung einer Lehranstalt genehmigte. *) Siehe Anhang No. I. *) Siehe Anhang No. II. I