Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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4 Löbl Vorstand. So weit mir bis jetzt die gegenwärtigen Zustände des religiösen Jugendunterrichts im hiesigen Kreise bekannt geworden, glaube ich, um diesem heiligsten Zweige unserer grossen Aufgabe, so lange eine allgemeine Anstalt zu unseren frommen Wünschen gehören wird, doch nach meinen geringen Kräften das Möglichste zu leisten, folgende Wünsche äussern zu dürfen: Ich wünsche für die im hebräischen Unterrichte bereits fortgeschrittenen Knaben ein paar wöchentliche Lehrstunden zu eröffnen, in welchen ihnen nur der Inhalt unserer heiligen Urkunden, rnäDl nmn, Lehren und Pflichten, zur thätigen Anwendung im eigenen Leben zum Bewusstsein gebracht werden möge. Ich wünsche einen ähnlichen Unterricht den Mädchen zu erteilen. Für unsere erwachsene Jugend wünsche ich ein paar wöchentliche Stunden -]"}' n-Vorträge zu widmen, da der in -j"J"n niedergelegte göttliche Geist doch das einzige Licht und der einzige Führer in jedem Felde des Studiums und des Lebens bleibt. Lieb wäre es mir auch, wenn ich Gelegenheit fände, etwa durch von Zeit zu Zeit vorzunehmende Prüfungen, in den jetzt leider so vereinzelt und zerstreut erteilten hebräischen Unterricht Einheit und möglichst übereinstimmende Leitung zu bringen. Der eben angedeutete Unterricht könnte wohl füglich erst nach den y^nn 13"' (Feiertagen) beginnen; ich glaube aber jetzt schon diese Wünsche äussern zu müssen, damit — wenn löbl. Vorstand damit einverstanden ist — das Nötige wegen Erlangung eines Lokals, Veranlassung der Anmeldungen und Bestimmung der passenden Zeit eingeleitet werden möge. Hochachtend Rabbiner Hirsch. Frankfurt a. M, 29. August 1851. Wir haben den vorstehenden, bisher unter den Akten vergrabenen Brief vollständig hier wiedergegeben und nicht in den Anhang verwiesen, weil er zeigt, wie Rabbiner Hirsch's eifrigstes Streben dahin ging, dem Jugendunterrichte sich zu widmen, aber auch, weil wir in diesem Versuch den ersten Schritt zur Gründung unserer Schule erkennen. Die Bereitwilligkeit, die er gefunden, hat ihn ermutigt, den grösseren Schritt zu wagen und kaum ein Jahr später die Gründung einer vollständigen Schule anzuregen. Die Neugründung der Religionsgesellschaft, aus der Notwendigkeit hervorgegangen, für die altgläubigen Mitglieder der grossen Kultusgemeinde, sich ihre religiösen Interesse zu wahren, I