Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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3 sterter, hingerissen von der feurigen Beredsamkeit eines geistreichen Mannes, sich im Namen eines Prinzips unter grossen Opfern zur Gründung eines immerwährend Opfer heischenden Werkes bewegen lässt, aber es ist damit noch nicht gesaut, dass diese Begeisterung und dieser Opfermut anhalte, dass er mit der Zeit nicht abflaue, und dass sich das Dasein des Geschaffenen nur mühselig erhalten und sich matt von Generation zu Generation hinschleppe, nur durch künstliche Belebungsmittel ihm das Leben gestundet werde. Ein Blick in den Lehrplan, nach dem gegenwärtig unterrichtet wird, zeigt, dass das Prinzip, das vor nunmehr fünfzig Jahren als das für unsere Schule geltende aufgestellt wurde, unverändert geblieben: "}~n üV DTin, jüdisches Wissen Hand in Hand mit zeitgemässer Bildung, beide als gleichwertig neben- und miteinander kommen gleich zur Geltung; die Entwickelung unserer Schule zu einer preussischen Realschule, mit den Berechtigungen der preussischen Schulen gleicher Art versehen, hat den Inhalt und den gebührenden Umfang des bis zum Talmud- Unterricht führenden hebräischen Unterrichts nicht gestört, und unter diesem haben die Leistungen der Schule nicht gelitten, wie es ja die jährlichen Abschlussprüfungen beweisen. Ob aber mit dieser inneren Entwickelung auch die äussere gleichen Schritt gehalten, ob die Schule es verstanden, eine immer grössere Schulgemeinde zu gewinnen, beantwortet wohl am besten die Tatsache, dass unsere Schule, die mit etwas über 80 Schüler und Schülerinnen eröffnet wurde, gegenwärtig nahe an 600 zählt. Wie diese Entwickelung vor sich gegangen, möge die Geschichte der Schule zeigen, die dem Publikum hiermit übergeben wird. * * * Im August des Jahres 1851 wurde Herr Rabbiner Samson Raphael Hirsch nach hier als geistlicher Führer der neugegründeten „Israelitischen Religionsgesellschaft % die aus ungefähr 70 Mitgliedern bestand, berufen. Wenige Wochen nach Antritt seines Amtes richtet Rabbiner Hirsch an den Vorstand der Israelitischen Religiongesellschaft folgendes Gesuch: I