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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1902-01-01 · 1902 · page 10

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1902
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580826--1314-2582152
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— Ii — sollt. Ihr sollt meine Schüler, und ich will Euer Lehrer in dem Sinne des Rabbi Eleaser sein, und wenn Ihr es also wisset, dass Eure Ehre, dass Euer Glück, Euer Wohlergehen, Eure Tüchtigkeit, Eure Bravheit und Frömmigkeit mein Glück und meine Freude bedeuten, dass anderseits Euer Unglück, Eure Untüchtigkeit, Euer Unwert, Gott bewahre uns davor, mein Unglück und mein Kummer sein würden, dann werdet Ihr schon das rechte Vertrauen besitzen, das dem Vertrauen der Kinder zu ihren Eltern gleich sein muss, und das für Euch und für mich von höchster Bedeutung sein wird. Gegenseitiges Vertrauen als Band auch zwischen uns, meine werten Kollegen, ist für eine gedeihliche, gemeinsame Arbeit, wie die unsrige es sein soll und m. G. H. sein wird, eine unabweisliche Notwendigkeit. Ein festgefügtes Ganzes muss ja der Bau sein, den wir in den jugendlichen Herzen und Gemütern aufführen sollen, innig miteinander verknüpft muss alles Einzelne sein, nicht eines darf hinter dem andern zurückstehen, und darum sind die Aufgaben, die einem jeden Einzelnen gestellt sind, für den Bestand des Ganzen von so hoher Bedeutung. Hat sich also ein jeder von uns die Einheit des ganzen Erziehungszwecks stets zu vergegenwärtigen, und ist es meine Aufgabe insbesondere dieselbe im Innern der Schule zu vertreten, so muss gegenseitiges Vertrauen des Einen auf den Andern allerdings die unabweislich notwendige Grundlage unseres ganzen Zusammenwirkens bilden. Aber die Quellen, aus denen es fliessen muss, sind andere, als die bisher erwähnten. Der Schüler ist dem Lehrer gegenüber nur der empfangende Teil, um ihn zu gewinnen, muss es genügen, ihm das Bewusstsein gegeben zu haben, dass nur sein Bestes, nur sein Wohl erstrebt wird. Der Genosse aber darf von dem anderen mehr verlangen, muss von ihm fordern, dass er ihn als Mitarbeiter an gleichem Werke schätzt, achtet und ehrt, dass er ihm gegenüber auch dessen eingedenk bleibt, was ein altes talmudisches Sprichwort sagt „wie zwei Eisen einander schärfen, so vervollkommnen einander die Gefährten im Verkehr"; wer also der Genossen Vertrauen erwerben will, muss sie überzeugen, dass ihre Ehre ihm wert und lieb ist, wie die Achtung vor einem Lehrer. Und das zu beweisen soll mein Streben sein, sowohl wenn es gilt als Vertreter der Schule und unseres Kollegiums nach aussenhin Stellung zu nehmen, als da wo ich im Innern der Schule deren Vertreter Ihnen gegenüber sein werde, und wenn ich auch hoffe, dass jene Überzeugung auch schon so bei Ihnen vorhanden ist, so hoffe ich doch auch, dass ich sie im Laufe der Zeit immer mehr und mehr zu befestigen vermag, und dass ich Sie, meine werten Kollegen, so mit mir durch das Band eines unerschütterlichen Vertrauens zu verknüpfen imstande sein werde. Das wird das Heil der Schule bedeuten, wenn noch ein anderes erfüllt ist, wenn der Geist, der in ihr herrscht, der richtige Geist ist, wenn das ganze einheitliche Erziehungswerk den rechten Zielen zugewandt ist. Welches aber diese Ziele sind, die unserer Schule gesteckt sind, lassen Sie mich in kurzen Worten aussprechen. Wir wollen unsere Zöglinge zu tüchtigen, brauchbaren Bürgern des Staates erziehen, wir wollen sie zu gesinnungstreuen Juden heranbilden. Das ist ein Doppeltes, aber doch schliesslich Eines nur, und der Weg, auf dem wir es erreichen, ist durch dieselben Worte bezeichnet: „Die Achtung vor Deinen Meistern sei wie Deine Ehrfurcht vor Gott". Die Ehrfurcht vor Gott entspringt der steten Vergegenwärtigung Seiner Allmacht, Seiner Gerechtigkeit und Allwissenheit, sie hat ein freudiges Erfüllen Seines Willens zur Folge, ihr gleich kann die Ehrfurcht vor Menschen nicht sein, aber wie jene kann auch diese ein stetes Vergegen-

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