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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1902-01-01 · 1902 · page 9

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1902
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
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— 10 — und über das, was er daraus gelernt hat. Und dann richtet er sein Auge vorwärts in die Zukunft, die noch verhüllt vor ihm liegt, nicht um einzudringen in ihre Geheimnisse, die er doch nicht zu ergründen vermag, sondern um sich selbst den Weg vorzuzeichnen, den er einschlagen zu sollen meint, um zu dem Ziele zu gelangen, das ihm gesteckt ist, und des göttlichen Segens und Beistands teilhaftig zu werden, die dem nicht versagt bleiben, der sich mit ganzer Hingabe seiner Aufgabe widmet. Doch was vergangen ist, gehört der Geschichte an, die Mitwelt hat sich ihr Urteil schon gebildet und verlangt nicht nach den Selbstbekenntnissen der handelnden Personen, weil ihr Wissen darum an dem Geschehenen doch nichts zu ändern vermag. Wohl aber pflegt sie den berechtigten Wunsch zu hegen, von der kommenden Zeit zu wissen, was sie erfahren kann, und besonders, wenn in einen Kreis von Menschen, die sich einer gemeinsamen Aufgabe gewidmet haben, ein neues Mitglied ihrer Bestrebungen tritt, ist es deshalb notwendig, dass es seinen Ansichten und Anschauungen über die gemeinschaftliche Arbeit vor allen Beteiligten Ausdruck verleiht. So gestatten Sie mir, mit einigen Worten von meinen Absichten, meinen Wünschen und meinen Hoffnungen für die Zukunft zu reden, so weit sie sich auf die Schule beziehen, deren Leitung mir durch das Vertrauen der Vertreter unserer Gemeinde übergeben und durch die Gnade Sr. Majestät, unseres erlauchten Königs, übertragen wurde. Vorher aber gestatten Sie mir noch, meinen herzlichsten Dank für die lieben Worte der Begrüssung auszusprechen, die mir unvergessen bleiben werden, zugleich aber auch dem verehrten Herrn Kollegen, der im letzten jähre mit solchem Eifer, solcher Treue und solchem Geschicke die Schule zu leiten verstanden hat, auf das Innigste zu danken. Der Ausspruch eines unserer alten Meister, deren Weisheit uns ein unerschöpflicher Born ist, wo es gilt, uns Regeln und Maximen für unser Leben zu bilden, soll mir der Wegweiser sein, dem zu folgen mein Bestreben sein wird, der Ausspruch des "Rabbi Eleasar: mstf *niD3 ntici "pn tr\M22 i~cn todi "fttsq jby Ten -jTB^n tod *»n\ „Es sei deines Schülers Ehre dir lieb und wert, wie deine eigene, und deines Genossen Ehre, wie die Achtung vor deinem Lehrer, die Achtung vor deinen Meistern aber wie die Ehrfurcht vor Gott." Alle Beteiligten haben wohl den berechtigen Wunsch zu hören, wie das Zusammenleben mit einem neu in ihre Mitte Eintretenden sich gestalten soll, so sagten wir vorhin, die am meisten Beteiligten aber seid Ihr, meine lieben Schüler und Schülerinnen, denn Eurem Wohl soll alles gelten, was von der Schule in Angriff genommen wird, Ihr sollt in ihren Räumen Belehrung empfangen, Ihr sollt in ihren Räumen herangebildet werden zu Menschen, die ihren Platz in der Welt einst ausfüllen können. Noch wisset Ihr nicht, was das heisst, seinen Platz ausfüllen, wie gross die Anforderungen sind, die an Euch gestellt werden müssen, und es ist jetzt hier nicht die Zeit Euch darüber zu belehren, darum aber ist -es 'doppelt notwendig, dass Ihr das Vertrauen habt, dass es wirklich nur Euer Bestes ist, was wir, Eure Lehrer, im Auge haben, damit Ihr selbst gern zu Mitarbeitern an unserem Werke werdet und willig Ohr und Herz dem öffnet, was Euch hier für Eure Zukunft* geboten wird. Und weil Ihr mich eben noch nicht kennt wie Eure übrigen Lehrer, die Euer Vertrauen und Eure Zuneigung ja schon gewonnen haben, will ich es Euch sagen, was ich Euch zu sein den Wunsch habe, und was Ihr mir werden

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