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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1873-01-01 · 1873 · page 15

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580784--0300-2581228
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-SA- 16 ^wgedenken rem Landmann mit blindem Griff etwa Gerste säete, wenn er Weizen gewinnen wollte. Daß eine Ablenkung dieser normalen Gattungsentwickelung durch äußere Einwirkung möglich sei, das hat das alte Judenthum sehr wohl gewußt und daher aus ethischen Gründen, um sie in Huwigung des Weltgesetzgebers zu erhalten und Seine Weltordnung ihnen stets zum Bewußtsem zu bringen, seinen Bekennern jede Willkühr in Behandlung der organischen Welt und jede Kreuzung organisch geschiedener Gattungen untersagt. So, wenn einst diese ganze Theorie sich doch als etwas mehr als speculativer Traum erweisen sollte. Inzwischen wird es jedoch dem Judenthum wohl gestattet sein, an dem Vorhandensein dieser Theorie seinen Zöglingen einmal den Grad der Haltbarkeit und Wandelbarkeit so mancher mit so entschiedener Zuversicht der jüdischen Gottes- und Menschenlehre entgegengehaltenen Behauptgunen zu veranschaulichen. Wie viel Decennien ist es her, daß man die Rayenverschiedenheit des heutigen Menschengeschlechts dem biblischen Berichte von der Abstammung der Menschen von Einem Menschenpaare entgegenhalten zu können vermeinte? Und nun wird Der der Unwissenschaftlichkeit geziehn, der der Möglichkeit der Abstammung sämmtlicher Lebendigen, nicht nur des Menschen und des Orangutangs, sondern des Elephanten und der Spinne, des Adlers, der Eidechse und des Bandwurms u. s. w. u. s. w. von einem einzigen lebendigen Geschöpfe seinen Glauben versagen möchte! Nicht einmal die Hunderttausende, die Millionen von Jahren, mit welchen die geologische Erdentwickelungstheorie so freigebig ist, schreckten das Judenthum; wären sie selbst mehr als hypothetische Doctrin, litten sie auch nicht an der unerwiesnen Voraussetzung, daß bei Entstehung der Erde nur dieselben Kräfte und in derselben Mächtigkeit wirksam gewesen, die wir und wie wir sie in der bestehenden Erdwelt wirkend sehen. Die Weisen des Judenthnms, die Rabbiuen, sprechen auch (Wärasek Kakbak 9, OnaAi'As. 16, a.) von der jetzigen Erdschöpfung vorangegangenen und untergegangenen Welten, die der Schöpfer werden und untergehen ließ, bis er die Erde in ihrer jetzigen Gestaltung und Ordnung hervorgerufen. Allein sie haben nie die Annahme oder Verneinung solcher und ähnlicher Meinungen zu Glaubenssätzen erhoben. Sie ließen jede Theorie auf sich beruhen, die nur die Grundwahrheit: „Aller Anfang von Gott" unangetastet ließ. Ja, sie waren überhaupt den Fragen: was war, was wird sein? als einer die Gränzen des dem Menschen Erkennbaren verkennenden und für seine sittliche Lebensbestimmung mindestens müssigen Speculation abhold. Das Buch zur Orientirung der Menschheit auf der jetzigen Erde war ihnen das Buch der Bücher, sie dort Gott als den ewigen Schöpfer und Herrn erkennen und durch treue Erfüllung seines Menschengesetzes verehren zu lehren seine Bestimmung; die Gewinnung dieser Erkenntmß und aller im Dienste eines solchen treuen Pflichtlebens zu verwerthenden Kenntnisse, meinten sie, sei umfassend genug, um neben dem Leben der Thatenpflicht die geistige Thätigkeit eines Menschen auszufüllen; was darüber hinausliegt, war für sie nicht da, und — man verzeihe dem Juden die Frage — sollte es denn im Grunde auch heute noch für uns mehr vorhanden sein? — Wie sehr die Lehren des Judenthums und die von ihm anzustrebenden Zwecke sich im Einklänge befinden mit einer hingebenden Pflege des naturwissenschaftlichen Momentes in der Aufgabe der Jugendbildung, dürfte das Bisherige nicht ganz unerwiesen gelassen haben. In einer noch viel wesentlicheren Beziehung steht das Judenthum zu der weltgeschichtlichen

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