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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1873-01-01 · 1873 · page 13

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580784--0298-2581226
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-M- 14 -Zs-— stelle, nicht die schnaubende Dampfkraft, nicht der laute Kolbenstoß, nicht die in Feuersgluth schwitzende Heizerarbeit, sondern der freie intelligente Händedruck bewirkt, der still und geräuschlos den ganzen Koloß und alle in ihm arbeitenden Kräfte auf ein bestimmtes Ziel hinsteuert: so gewiß bleibt allem naturwissenschaftlichen Fortschritt gegenüber doch die alte jüdische Wahrheit Wahrheit, ja gewinnt durch jeden solchen Fortschritt nur noch inhaltsreichere Bedeutung: kein Gedanke ohne Denker, keine Ordnung ohne Ordner, kein Gesetz ohne Gesetzgeber, kein bildungsreiches Sein ohne Bildung gebenden Schöpfer, keine Welt ohne Gott, kein Mensch ohne sittlich-freien Geist — und alle in der Welt waltenden mechanischen, physikalischen, chemischen und physiologischen Gesetze erübrigen den die Gänge des Weltganzen und nach jüdischem Bewußtsein auch die des Einzelnen, zu Seinen und nach Seinen Zwecken lenkenden und leitenden Einen so wenig, wie der physiologisch athmende Leib nicht die freie leitende Menschenintelligenz und das mechanisch arbeitende Schiff nicht den frei lenkenden Steuerregenten erübrigt. — Wir sind von der, die Sphäre unseres Berufes und unserer Fähigkeit überschreitenden Anmaßung weit entfernt, ein Votum von irgend welcher fachwissenschaftlicher Bedeutung in dieser, die Zeit so ernst bewegenden Frage abgeben zu wollen. Wir wollten nur den Standpunkt des Judenthums zu dieser Frage andeuten, der es ermöglicht, ruhig der Pflege der Jugendbildung auf der unerschütterten Basis. seiner Gottes- und Menschenlehre zu leben, Hand in Hand mit einer möglichst wissenschaftlichen Einführung seiner Zöglinge in die naturwissenschaftlichen Errungenschaften der Gegenwart. In der That kann ja auch nur ein einigermaßen wissenschaftliches Vertrautwerden mit derselben vor einer sich verirrenden Ueberschätznng ihrer Bedeutung und Tragweite schützen. Nur in den Hallen der Wissenschaft wird es klar, wie sehr die meisten Annahmen des Tages einer apodiktischen Gewißheit entbehren, wie sehr Alles sich nur einer hypothetischen Möglichkeit, höchstens einer Wahrscheinlichkeit sich erfreut, nach welcher, — so weit man heute übersieht, — Alles sich so verhält, als ob diese Annahme der Wirklichkeit entspräche. Nur in den Hallen der Wissenschaft erfährt man, wie es kaum eine Naturerscheinung gibt, über welche nicht die verschiedensten Theorien divergiren, und wie gerade die gewöhnlichsten Erscheinungen noch ungelöste Probleme der Erklärung bieten, wie überhaupt eine zur Berechnung der Verhältnisse einer Erscheinung genügende Formel nur ein möglichst genaues Abschauen des thatsächlich Gegebenen eines Vorganges enthält, weit ab aber davon ist, eine Einsicht in das Wesen, in den letzten Grund, in das „Woher" und „Warum" dieses thatsächlich Gegebenen zu gewähren. Nur in den Hallen der Wissenschast erfährt man, welchem Wechsel die Theorien unterliegen, und wie das ja eben den erstaunlichen Fortschritt der Wissenschaft bedeutet, daß, was heute als siegreiche Wahrheit verkündet und von der unwissenschaftlichen Menge mit einem nur der Unwissenschaftlichkeit möglichen, blinden, in vsrda mg-AistrorurQ schwörenden Glauben hingenommen wird, die Wahrscheinlichkeit in sich trägt, schon im nächsten Dezennium vom Fortschritt der Wissenschaft überholt und zu den überwundenen Jrrthümern gezählt zu werden. Wie elend, wie unsäglich elend wären wir, wenn Das, was den Menschen zum Menschen macht, das den ganzen Werth unseres Hierseins bedingt, wenn unser Pflichtbewußtsein und unsere Pflichterfüllung abhängig wäre von den jeweiligen und immer nur zeitlich herrschenden Systemen der Naturerkenntniß! Das Judenthum hat so viele überlebt, hat sich mit allen befreundet, hat aber ^ne Eines dogmatisch in den Kreis seiner Ueberzeugungen gezogen. Es liegt ihm unendlich

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