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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1873-01-01 · 1873 · page 12

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1873
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580784--0297-2581225
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-^A- 13 eingedenk.- nicht die Unwissenheit, „des Menschen Auge ist Gottes," oder der Lehre seiner Rabbinen (Sabbat 75 a): „wer Einsicht in die astronomischen Berechnungen der Himmelskörper gewinnen kann und vernachlässigt es, von dem heißt es: das Werk Gottes wollen sie nicht schäum und haben für seiner Hände Werk kein Auge," und durch die zeitgenössische Erfahrung unbeirrt, oder vielmehr zu noch größerem Ernst durch sie veranlaßt, fährt es fort, die Jugend seine Wahrheit von Gott und Menschenbestimmung zu lehren und sie gleichzeitig, so weit als nur didaktisch möglich, mit den Ergebnissen der heutigen Naturerkenntniß vertraut zu machen und mindestens Begriffe von einer Naturanschauung auf wissenschaftlicher Basis gewinnen zu lassen. Es muß die jüdische Jugend die Selbstüberzeugung gewinnen, wie das Gebiet der Gotteserkenntniß und der geistig sittlichen Menschenbestimmung, welche das Judenthum zu pflegen hat, von allen Ergebnissen der gesammten Naturforschung völlig unangetastet bleibt, ja in ihnen nur noch eine bewußtvollere Basis gewinnt. So gewiß die gesammte naturforschende Welt noch heute Den in's Bedlam weisen wird, der für die Versicherung Glauben fordern möchte, durch zufälliges Hinstürzen eines Setzerkastens habe sich, nicht eine Jlias, ein Schiller'sches Lied von der Glocke, sondern nur eine AB-ab-Fibel gesetzt, — durch zufälliges Zusammenfinden von Stoffen ein Haus in architektonischem Gleichmaß, ein physikalisches Instrument, eine Maschine in zweckentsprechender Zusammensetzung construirt, ja auch nur Eine Schraube an einem Instrumente, an einer Ma-' schine in der Berechnungsvoraussetzung entsprechender Weise sich eingefügt; so gewiß es allem physiologischen Fortschritt noch nicht gelungen ist — und wir wagen bis auf dementirendes Weiteres den Zusatz: auch schwerlich je gelingen wird, — das „Woher" der zweckdienenden Bildungsform einer Zelle, geschweige denn das „Woher" des zweckdienenden Zusammengefüges bestimmter Zellen zu einem bestimmten zweckdienenden Organ, bestimmter Organe in ein bestimmtes einheitliches Dasein und seine Funktionen vermittelnde Zusammenordnung zu deuten; so gewiß der Physiologe es fühlt, daß, je mehr er mit seinen Forschungen dem Gebiete sich naht, welches das nichtphysiologische Bewußtsein das Gebiet der Freiheit nennt, ihm schon in jedem Leben auf unterster Stufe, noch mehr im Bewußtsein, selbst im andämmerndsten Stadium, Sphinxe entgegentreten, denen vergebens eine klare, deutliche Antwort abgefragt wird, und zu deren Beschwörung alle mechanischen und physikalischen Formeln so wenig ausreichen, daß es viel leichter sein kann, vermittelst der Wunder der Spectralanalyse über stoffliches Wesen der Sonne oder der noch ferneren Fixsterne, als über das „Etwas" Bescheid zu geben, das ein Jeder von uns im nächsten eigenen Innern fühlt, das doch unabweisbar unabhängig von allem Stoffwechsel das bleibende Eine inmitten des Wandels ist und allein die Continuität des Bewußtseins ermöglicht, und das die nichtphysiologische Welt „Geist" zu nennen wagt; — so gewiß jede organische Funktion, so gewiß eben so das Sehen des Auges nach optischen und physiologischen Gesetzen sich vollzieht, und doch der Gebrauch dieses Organs, die Richtung seiner Funktionen auf ein bestimmtes Ziel, das Sehen und Betrachten eines bestimmten Gegenstandes von einem freien Willensakte, dessen wir uns Alle bewußt sind, ebenso ausgeht, wie — man verzeihe die Veranschaulichung — wie die Dampsschiffmaschine nach rein physikalischen Gesetzen arbeitet und gespeist wird, die zielanstrebende Bewegung des Schiffes aber, das Ausweichen an dieser, das Näherstreben nach jener, das Ankommen an bestimmter Ufer-

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