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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1865-01-01 · 1865 · page 20

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580782--0138-2581189
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— 21 — Eindrücke in ihrer nackten Wirklichkeit aufnimmt und sympathisch gleiche Stimmungen im eigenen Innern anklingen läßt. Alles Lehren und Moralisiren kommt dem Eindrucke nicht gleich, den das Borbild der Eltern bildend und verbildend auf ihre Kinder übt. Der Heftige wird keine Geduld, der Zornmüthige keine Gelassenheit, der Frivole keinen Ernst, der Rohe keine Gesittung, der Verschlagene keine Aufrichtigkeit, der Unmäßige keine Genügsamkeit, der Gemeine keinen Gesimmngsadel n. s. w. in seinem Zögling erziehen; es sei denn, alle diese Untugenden würden vor den Augen des Zöglings in so trostlosem Uebermaß und von so traurigen Folgen begleitet geübt, daß sie zu den Lehren des Erziehers die heilsam abschreckenden Illustrationen böten. Glücklich das Kind, an dessen Wiege Bater und Mutter die oft wachen nächtlichen Stunden seiner ersten Lebensjahre zum stillen, ernsten Einblick in das eigene Innere und zum schleierlosen Ueberblick über das eigene Walten und Streben benutzen, um aus dem eignen inneren und äußeren Leben erst jeden Fehler, jede Schwäche, jedes Unwahre, Unedle, alles an Unwahres und Unedles Gränzende zu löschen, auf daß ihr Kind, wenn es zum Bewußtsein erwacht, in Eltern-Wort und Handlung nur den reinen Spiegel des Nachahmenswürdigsten erblicke. Die Liebe zu unfern Kindern ist ja sonst ein so allmächtiger Zauber, der uns jedes Opfer leicht macht; die rechte Liebe zu unfern Kindern wird uns auch Fehler besiegen und tilgen helfen, an deren Ueberwindung wir bis dahin Jahrelang vergebens gearbeitet. In anderen Gebieten mag der Spruch eine Wahrheit enthalten äoeenäo äiseimus, lehrend lernen wir. Für die Unterweisung unserer Kinder in der Kunst der Sittlichkeit muß aber die Mahnung vor Allem heißen: lernen wir um zu lehren, suchen wir zuerst Meisterschaft in der Kunst,

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