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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1865-01-01 · 1865 · page 14

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580782--0132-2581183
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- 15 - flug, das Auge für den Blick, die Hand für die technische Gewandtheit, u. s. w. u. s. w. in Beachtung und Fürsorge genommen werden kann, ja, wir möchten sagen, mit dem ersten Schrei des ins Hiersein tretenden Kindes bietet sich nun die Kraft und die Anlage dar, auf deren sorgfältiger Beachtung und richtiger Leitung im Grunde die ganze Ertüchtigung für die sittliche Meisterschaft beruht, und die, ohne eine sie früh in fürsorgliche Pflege nehmende Leitung, früh bereits verkümmert oder sich in mißbräuchliche Richtungen hineingewöhnt, an welchen dann oft der beste Wille des bildenden Meisters scheitert. Verlangend und widerstrebend treten wir ins Leben. Zusagendes aufnehmen. Widerstrebendes von sich weisen, das ist aber im Grunde die gauze Erscheinung des Lebens, organisch unfrei des physischen, mit freier Selbstbestimmung des sittlichen. Sittlich freie Selbstbestimmung ist nichts, als ein höheres Wollen und Verneinen im Gegensatz zu dem sinnlichen Verlangen und Sträuben. Das Gute wollen und üben, obgleich es der Sinnlichkeit widersteht, das Böse meiden und lassen, obgleich es die Sinne reizt, das ist die ganze Aufgabe der sittlichen Kunst, und so sind wir noch alle in jedem Augenblicke sittlichen Entscheides an den Baum der Erkenntniß des sittlich Guten und Bösen gestellt, an welchem der Mensch sich von dem Thiere scheidet — wäre alles Gute süß, alles Böse bitter, es gäbe freilich keine Sünde, aber ebenso wenig eine Tugend; all unsere Güte fiele in das Bereich des sinnlichen Antriebs, den wir mit dem Thiere theilen. Unser Wollen und Nichtwollen wäre physisch, nicht sittlich. Mensch sein heißt: sündigen können und nicht sündigen. All unser Verlangen einem höheren Diktate frei unterordnen, darin bestehet die ganze Virtuosität, die die Lösung des Sittengesetzes von uns fordert. Je freier, freudiger

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