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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1865-01-01 · 1865 · page 12

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580782--0130-2581181
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— 13 - lichsten Kunst der Sittlichkeit ertheilt, daß jeglicher Kunst Ruhmeskränze, der Rechtschaffenheit jedoch kaum ein Veilchen öffentlichen Gedächtnisses zu blühen scheint — und doch ist es leichter auf schwankendem Seil über den tosenden Niagara hinanzusteigeu, als auf schmalem Psade der Pflicht den einfachsten Lebensweg ohne Straucheln zn sollenden, und doch hat wiederum die alte Weisheit Recht, daß es leichter sei eine Welt zn erobern, als im Augenblicke einer Versuchung sich selbst zu bezwingen. Es ist dies Alles für die Zöglinge der sittlichen Kunst nicht gut, weil es ihr Urtheil verwirrt und ihnen die ersten Elemente ihrer Knust nach deu Anschammgen der Welt als falsch erscheiueu lassen muß. Ist gleichwohl brav sein eine Kunst, nnd wollen wir unsere Kinder lieber in allem Anderen als in ihr Smmper sein lassen, so werden unsere Kinder zu einer Meisterschaft in der sittlichen Kunst nur auf einem Wege gelangen können, der demjenigen ähnlich ist, der zur Erwerbung einer Meisterschaft in jedem anderen Gebiete führt. Es wird bekanntlich kein Meister geboren, vielmehr Uebung macht den Meister. Diese Sätze der populärsten Weisheit finden ihre volle Anwendung in dem Gebiete der sittlichen Kunst. Auch hier wird kein Meister geboren, auch hier treten wir Alle unr mit Anlagen nnd Fähigkeiten in die Welt, und nur den Vorzug hat die Kunstschule der Sittlichkeit, daß sie die Anlage und Fähigkeit selbst zur Meisterschaft bei jedem werdenden Menschen voraussetzen kann. Sich sittlich frei bestimmen zu können, diese Fähigkeit ist unzertrennlich von dem Menschenbegriff, und aus des Schöpfers Hand stammt kein Menschenwesen ohne mit der Anlage zur sittlich freien Selbstbestimmung den adelnden Kuß der Göttlichkeit als Viatikum sür den hehren Pfad der Menschlichkeit empfangen zu haben. Nur gepflegt, entwickelt, geübt, und

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