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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1865-01-01 · 1865 · page 7

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1865
Date
1865-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580782--0125-2581176
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- 8 - tigkeiten, in denen wir es bis zur Virtuosität zu bringen vermögen, keine angeborne. Es genügt auch zu ihrer Erlangung nicht die bloße Kenntniß der Zwecke des Edlen und Guten. Wie überall liegt auch hier zwischen dem Wissen und Können eine Kluft, die nur durch bis zur Gewohnheit fortgesetzte Uebung überschritten werden kann. Ein jedes nicht angeborene, sondern nur durch Uebung zu erlangende Können ist aber eine Kunst, und in diesem Sinne sagen wir: „Brav sein, ist eine Kunst." Sehen wir den Säugling in der Mutter Arm. „Ans des Schöpfers Händen stammt nichts Böses", spricht die älteste Weisheit, „mein Gott, die Seele, die du mir ge geben, ist rein", läßt dieselbe Weisheit ihre Zöglinge von der Wiege bis zum Grabe bekennet!, „rein hast du sie mir eingehaucht, rein soll sie wieder zu dir kehren". Sie weiß Nichts von einer angeborenen, eingeborenen, angeerbten Sündhaftigkeit, Nichts von einer Zerfällung der geistigen und sittlichen Menschenbestimmung nach Verschiedenheit der Geburt, des Standes und des Berufs. „Mensch" zu sei«, in des Wortes geistigster und edelster Bedeutung, gilt ihr als unterschiedlos aller Menschen erster und höchster Berus. In diesen allgemeinsten und Allen gemeinsamen Beruf gehen ihr alle andern sogenannten Berufs- und Standesarten auf und erhalten nur so viel Bedeutung als in ihnen und durch sie die eine gemeinsame Menschenbestimmung rein und vollkommen zur Verwirklichung kommt. Alle Kinder gelten ihr daher hinsichtlich der geistigen und sittlichen Würdigung völlig gleich. An die Wiege des Bettlers wie des Prinzen und auch an die Wiege des Verorecherkindes weist sie uns mit denselben Hoffnungen und Ansprüchen. Alle sollen sie die nach ihren Anlagen nnd Fähigkeiten möglich höchste geistige Erkenntniß erlangen, alle tönnen sie die absolnt höchste sittliche Mensche «Vollendung erreichen, und uur

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