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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1869-01-01 · 1869 · page 9

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580780--0170-2581143
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-SA- 8 -HS--- überhaupt, zu einiger Vollendung. Ja, beide geistige Vermögen, Gedächtniß und Denken, stehen hinsichtlich ihres Fortschrittes meist in einem natürlichen Antagonismus. Jenes hat bereits seinen Höhepunkt erreicht, wenn dieses in das erste Stadium reicher Entwicklung tritt, ja, seine Schwäche beginnt oft bereits, wenn dieses die Blüthezeit seiner höchsten Vollendung feiert. Diese Oekonomie der geistigen EntWickelung berechtigt zu der Voraussetzung, es werde in dem jugendlichen Alter, in welchem die Schule ihre Zöglinge zu bilden hat, bei einer jeden gegebenen Anzahl Schüler sich eine weit größere durchschnittliche Gleichheit hinsichtlich des Gedächtnisses als hinsichtlich eines bereits in EntWickelung begriffenen Denkvermögens finden, und eben diese gegebene Thatsache dürfte dem liKnior ^ekaäar lisdor unserer Alten, derjenigen Methode, die bemüht ist, von jeder lehrenden Disziplin zuerst die wesentlichsten Thatsachen in faßlicher, präcis und prägnant umschreibender Kürze zur sicheren Aneignung synthetisch zu tradiren, und dann erst das in seinen Grundzügen und Umrissen bereits sicher Angeeignete in mehreren Lehrgängen innerhalb Eines Kursus immer mehr analytisch zu erläutern und zu vervollständigen, namentlich sür den Klassenunterricht, aus sehr rationellen Gründen das Wort reden. Wir möchten uns für eine andere Gelegenheit vorbehalten, unter diesem Gesichtspunkte die einzelnen Gebiete des Sprach- und Realunterrichts eingehender zu besprechen, und unserem jetzigen Vorsatze gemäß nur den Einen wesentlichen Vortheil andeuten, den eine durchgreifendere Anwendung dieser Methode sich für den Klassemmterricht versprechen dürfte. Das auf jeder Stufe synthetisch fortschreitend Aufzunehmende wird von Allen, mindestens von der bei weitem überwiegenden Mehrzahl einer Klasse mit verhältnißmäßig gleicher Sicherheit angeeignet, und auch z. B. im Sprachunterricht zur praktisch richtigen Anwendung gebracht werden können. Freilich wird wahrhaft geistiges Eigenthum erst Das, was denkend zum Begriff gebracht und mit Einsicht in Grund und Zusammenhang erkannt worden, eine Aufgabe, die eben der auf die synthetische Aneignung folgende analytische Unterricht zu lösen hat. Allein, wenn in dieser, für die formale geistige Bildung allerdings wichtigsten Seite des Unterrichts nimmer eine gleichzeitige Gleichheit gewonnen wird, so haben doch Alle, oder wenigstens fast Alle, die wesentlichsten Grundlagen als entwicklungsfähige Bildungskeime zu dauerndem Eigenthum in sich aufgenommen. Dem Einen wird später Das erst zu vollendeter Klarheit aufgehen, dessen der denkend Begabtere und früher Reifende sich schon auf einer frühern Stufe klar bewußt worden, und, bildet nur der Gesammtunterricht in allen Klassen eine solche lebendig organische Einheit, daß in möglichst übereinstimmender Fassung und Behandlung immer wieder an das bereits grund-

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