Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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7 -HAprägnanter Kürze des unterrichtenden Lehrwortes ihren berechtigten, didaktischen Werth behalten. Und auch in unseren Schulen wird selbst die sorgfältigste Überwachung des Klassen-Eintritts und des Vorrückens von Klasse zu Klasse die Ungleichheit der zu gleicher Zeit von Einem Lehrer zu unterrichtenden Schüler nicht beseitigen. Da werden immer Schüler der verschiedensten Begabung und Anlage und der, das Lernen nicht wenig bedingenden, sittlichen Charaktereigenthümlichkeit, und daher auch mit verschiedenem Wissens- Jnventar aus dem frühern Unterricht, in demselben Gegenstand, und formell auf derselben Stufe zu unterrichten sein. Die alten vier Schüler-Kategorien, arda miäotk ketkalmläiin, finden sich noch immer vor; es sitzt noch immer der makir liselmwa uiualier leadsä, der schnell Fassende und schnell Vergessende, dem jasa seelioro deketseäo, dem der Gewinnst mit dem Verlust davon läuft, neben dem kaselie lisekinoa ^vekaselie leaded, neben dem schwer Fassenden und schwer Vergessenden, dem der Verlust durch den Gewinnst überwogen wird, ja, der raakir lisekmoa. ^ekaseke leadeä, der schnell Fassende und schwer Bergessende neben dem kaselie liselurwa nmalur leadeä, neben dem schwer Fassenden und schnell Bergessenden. Da dürfte denn nach unserem geringen Dafürhalten die altjüdische Methode, die überall das ll^mor dem lisbor, die synthetische Mittheilung der analytischen Entwicklung vorangehen zu lassen empfahl, in den meisten Fällen sich auch für uns als das rationellste Verfahren empfehlen. Die Fähigkeit, sinnliche und geistige Eindrücke aufzunehmen, festzuhalten und beliebig wieder ins Bewußtsein hervorzurufen, die Fähigkeit des Gedächtnisses, ist viel allgemeiner verbreitet und durch stete bewußte und unbewußte Uebung gestärkt und entwickelt, als die Fähigkeit, sinnlich und geistig Aufgenommenes zum Gegenstand der Reflektion zu machen, aus dem Besondern durch Abstraktion allgemeine Begriffe zu bilden, gewonnene Begriffe nach Inhalt und Umfang zu vervollständigen und zu umschreiben, durch richtige Combination schließend Urtheile zu bilden, kurz, die Kraft des Gedächtnisses, die Fähigkeit synthetisch aufzunehmen und festzuhalten, ist viel allgemeiner verbreitet als die Kraft des Denkens, als die Fähigkeit analytisch aufzulösen und einzudringen. Sie ist es ja auch, die viel früher, die mit dem ersten Sichbewußtwerden der Kindheit, und zwar mit einer Mächtigkeit erwacht, die allein die kindliche Psyche befähigt eine ganze Welt sinnlicher Eindrücke und einen ganzen Sprachschatz geistiger Merkzeichen rein synthetisch aufzunehmen, festzuhalten und mit immer größerer Sicherheit zu handhaben. Die Entwicklung der reflektirenden Denkkraft tritt viel später ein und reift erst mit Jahren, wenn