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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 18

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580778--0255-2581103
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19 -HS-- unreifer Reflexion, und setzet sie erst auf den Schooß der Weisen", war ihnen eine dm gediegenen Erfolg der Studien sichernde Mahnung.' Ueberhaupt hatten diese vielgenannten und ebenso viel verkannten — „Pharisäer" — von deren geistigem Streben und Wirken handeln ja diese Blätter — ein Helles Auge für alle die unedlen Ausschreitungen in der Wissenschaft wie in der praktischen Ausübung der Tugend, wußten sehr wohl zu unterscheiden zwischen dem wahren „Pharisäer", dem wirklichen Feind alles Unedlen und Gemeinen, dem wahren „Parusch", und Dem, der nur die Maske des Pharisäerthums trug, und ebenso zwischen dem wahren Jünger der Wissenschast, und Dem, der nur halb und unreif zu seinem, der Wissenschaft und der Welt Verderben der Wissenschast angehörte, und brauchten die Verachtung des Einen und den Tadel des Andern nicht erst aus dem Munde ihrer oberflächlichen Gegner zu lerneu. Sie haben uns selbst den Grundriß zu einer Naturgeschichte ihrer obseurorum virvrum hinterlassen, deren classificirende Namen so drastisch bezeichnend als schwer wiederzugeben sind. Sie kannten den „schultergebogenen" Pharisäer, den „fußschlärrenden" Pharisäer, den „wandblutigstoßenden" Pharisäer, den „mörserhäuptigen" Pharisäer, den „was ist noch meine zu erMende Schuldigkeit ftagenden" Pharisäer, und bezeichneten mit dem ersten den die Last seiner Frömmigkeit mit gekrümmter Schulter zur Schau Tragenden/ mit dem zweiten den keinen Fuß zu heben wagenden Bedächtigkeit Heuchelnden, mit dem dritten den vor lauter den Menschen aus dem Wege gehender Schüchternheit sich an den Wänden der Häuser blutig Stoßenden, lnit dem vierten den in auffallender Kopfverhüllung eine besondere Frömmigkeitsgeberde Suchenden, mit dem fünften den ängstliche Gewissenhaftigkeit im Munde Führenden; sie unterschieden den Pharisäer aus eigennütziger Liebe und eigennütziger Furcht, und den Pharisäer aus reiner Liebe und reiner Gottesfurcht, und sagten schließlich: den Menschen ist das Verborgene verborgen und ihnen liegt nur das Offenbare offen, aber Gottes großes Gericht treffe die, die sich in den Mantel der Scheinheiligkeit hüllen!^ — und hatten ebenso in der Wissenschaft ihre „Fetzenwisser", ihre „Berkehrtwifser", ihre „Gewaltsköpfe", ihre „Rohwisser"/ und neben der „Betschwester" nannten sie daselbst auch die „wissenschaftliche Fehlgeburt" unter die Verderber der Welt, und geißelten nichts so sehr, als die Anmaßung der Halbwisser, und ebenso die bloßen Gedächtnißwiffer, die nur das Materielle der Wissenschaft in sich aufgenommen, ohne in den Geist derselben eingedrungen zu sein und die motivirte Auffassung gelernt zu habend Der zur Höhe der Wissenschaft Vorgedrungene, sagten sie, hat „immer böse Tage", er fühlt immer das t Berachoth 28, d. — - Nach dem Zeruschalmi. — « Sota 22. d. — * Sanhedrin 14, ». Aruch OVN. — » Sota 22, ». — « Das. 3

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