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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 10

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580778--0247-2581095
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11 HS- und diese Weigerung veranlaßte den Spender, jede Beschränkung auszuheben.^ Es waren auch keinerlei einträgliche Aemter und Würden mit dem Studium der Wissenschast zu erwerben. Wie das Lehramt, so mußte auch das Richteramt völlig unentgeltlich geübt werden/ und Jeder war daher darauf hingewiesen, sich durch Ausübung eines Handwerkes oder sonstigen Gewerbes zu ernähren. Gleichzeitig mit dem Unterrichte in der Wissenschaft war daher jeder Vater angewiesen, seinen Sohn ein Gewerbe, vor Allem ein Handwerk lernen zu lassen. „Rein und leicht", so lautete die Weisung, d. h. nicht zu Unrecht verlockend und Kraft uud Muße zum Studium lassend, sei das Handwerk, das der Vater den Sohn lernen lasset Studium ohne ernährende Arbeit hat keinen Bestand, war der alte Spruch der Väter. Diejenigen daher, die sich ganz der Wissenschaft hingeben wollten, wenn sie nicht von Haus aus vermögend waren, wofür es nicht an Beispielen fehlt, waren auf ein Handwerk oder sonst ernährendes Gewerbe hingewiesen, und mußten vor Allem den köstlichsten Schatz — die Genügsamkeit — zu heben wissen, um so mehr, da die allgemeine Weisung lautete: achtet auf die Söhne der Armen, von ihnen geht die Wissenschaft aus/ Nicht durch Aussicht auf Vortheile und Wohlleben lockte man die Jugend zum Studium; wer der Wissenschaft leben wollte, hatte von vorn herein Verzicht zu leisten auf alle Behaglichkeit des Lebens, und, meinte man, wen an den: Quell der Wissenschaft uoch nach andern Genüssen dürste, der sei nicht.der rechte Mann der Wisseilschaft. „Broo mit Salz essen, Wasser abgemessen trinken, auf nackter Erde schlafen, ein Leben voller Beschränkungen leben und die Wissenschaft studiren, das ist die Regel der Wissenschaft, wenn du die befolgst, Heil dir, dann bist du glücklich, hast Heil in diesem Leben und Glückseligkeit im künftigen"—" so lautete die Inschrift über dem Portal der jüdischen Wissenschast Jedem zum Gruß, der ihre Hallen zu betreten sich entschloß. „Suche für dich keine Größe," heißt es weiter in diesem Kapitel des jüdischen Studien-Katechismus, „uud strebe nach keiner weitern Ehre, als nach deinem Studium. Sei fleißig und gelüste nicht nach der Tafel von Königen; denn dein Tisch ist größer als der ihrige, deine Krone größer als ihre Krone, und dein Arbeitgeber in der Höhe treu, dich den Lohn deines Wirkens genießen zu lassend Und um diesen Preis vermählten sich jüdische Geister mit der Wissenschaft. Mitgiftlos ward sie ihnen die beglückendste Braut für's Leben. Von unfern gefeiertesten Männern der Wissenschast kennen wir noch die bürgerlichen Thätigkeiten, von denen sie sich, und oft in höchst beschränkten Ber- » Baba Bathra 8, a. - - Bechoroth 29, a. - - Kiduschin 82, a. — < Aboth 2.2. — ° Nedarün 81. ». — « Aboth 6. 4. - ' Das. 5. 2

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