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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 8

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580778--0245-2581093
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9 -4^-- einer „Judenschule" der älteren Zeit zum witzelnden Stichwort gemacht, und hat nicht bedacht, daß die „alten Juden" in einer „Schule" versammelt waren, wo Jeder viel zu sehr damit beschäftigt war, sich aufs Neue sein Lebenspensum einzuprägen, sich aufs Neue für sein Lebenspensum zu begeistern, als daß sie daran denken konnten, denken mochten, sich in Wort- und Ton-Höhe mit dem Nachbar in Einklang zu halten. Je größer die Harmonie der innern Geistes- und Herzens-Arbeit war, um so weniger Ohr durften sie für den äußern Einklang haben, um so mehr dursten sie ihn — vielleicht — für entbehrlich halten. Man verzeihe diese Abschweifung einer Parenthese.) Wie man nicht drei Tage des Wassers entbehren kann, meinten die jüdischen Bolksmänner/ ohne sich in einer Wüste zu fühlen, so kann das jüdische Volk nicht drei Tage ohne gemeinsames Lesen des Gesetzes bleiben, und jeder siebente, zweite und fünfte Tag der Woche ward ein Tag der Gesetzesvorlesung, der jeder Jude mit seinem häuslichen Lesen der Gesetzesschrift und deren Verständniß sich anzuschließen hatte. Ja, auch Stätte privaten Selbststudiums ward die Synagoge für Jedermann. Kinder repetirten die Wochenabschnitte des Gesetzes in der Synagoge/ und vom jüdischen Landmann heißt es: Kommt er Abends vom Felde, so geht er in die Synagoge; ist er in der Schrift bewandert, liest er, ist er in der Mischna bewandert, lernt er, betet sein Abendgebet und geht dann nach Hause zum Abendbrod. Ueberhaupt, war der Tag vom Geschäfte eingenommen, so gehörte die Nacht dem Gesetzesstudium. Gott hat die Nacht nur geschaffen, lautet ein Volksspruch, damit die Menschen auch studiren können/ Schon in der Schule wurden die Kinder gewöhnt, auch Nachts zu lernen/ und geradezu heißt es: das Haus, in welchem Nachts nicht das Wort des Gesetzesstudiums gehört wird, geht durch Feuer zu Grunde/ Sein Haus zu einem Sammelplatze der Weisen zu machen, sich zu ihren Füßen zu setzen und mit Wissensdurst ihren Worten zu lauschen/ gehörte zum Stolz des jüdischen Bürgers. Ueberhaupt war das Wort der Wissenschaft die Würze des täglichen Mahles, und was die Gesänge der Dichter zur Lyra bei Gastmählern der Griechen waren, das war das Gedankenwort der Wissenschast bei den Gastmählern der Juden. In der Blüthezeit der jüdischen Wissenschaft machte man das Studium der Wissenschaft zum Lebensberufe, und das Nahrungsgewerbe zur Nebenbeschäftigung/" Seinen Knaben in die Hallen der Wissenschaft einzuführen, war des Vaters angelegentlichste Sorge. Die gefeiertesten Männer warfen sich morgens rasch Etwas über und führten ihren Knaben! Baba Kama 82, a. - - Berachoth 8, a. — Sabbath 11, Ä. — « Berachoth 4. b. — Eruwi» 65, a. — e Maim. Th. Th. 2, 2. —? Sanhedrin 92. a. — » Aboth 1. 1. — » Aboth 3, 4. Sanhedrm 101, a. Berachoth 35, b.

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