Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1871
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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--mD- 8 -H^- ihn von der Sünde und bringt ihn der sittlichen Vollkommenheit immer näher; er nützt mit Rath und That,. schafft Einsicht und Kraft; sie gewährt ihm Einfluß und Leitung, die Tiefe der Rechtsforschung und das Eindringen in die Geheimnisse der Gotteslehre; er wird zu einem nie versiegenden Quell und wie ein immer an Fülle wachsender Strom, und sie mahnt ihn, dabei immer bescheidener, immer geduldiger, immer nachsichtiger zu werden, und erhebt und erhöht ihn über Alles/ Tag für Tag ergeht vom Horeb-Gipfel der Mahnruf an die Welt: Wehe den Menschen, die die Wissenschaft verschmähen, sie legen sich damit selber in Bann, indem sie ihre eigentliche Menschenwürde verscherzen und sich um ihre Freiheit bringen. Keiner ist frei als der, der sich mit der Wissenschaft beschäftigt. Das Studium der Wissenschaft hebt Jeden zur geistigen und sittlichen Höhe. —^ Es sind Stimmen aus den verschiedensten Jahrhunderten der jüdischen Vergangenheit, von denen wir einige ausgehoben. Denn wie immer auch das politische Geschick wechseln mochte, die Werthschätzung geistiger Bildung und die begeisterte Hingebung an die Wissenschaft der Nation blieb dieselbe. Wo aber die Ueberzeugung von der hohen Bedeutung geistiger Bildung eine so durchgreifende war, da konnte es nicht fehlen, daß auch das Streben, sich nach Kräften davon anzueignen, ein durchaus allgemeines wurde. Man war geradezu der Ueberzeugung, so gewiß, wie kein Mensch der sittlichen Bildung entbehren könne, könne auch kein Mensch der geistigen Bildung entbehren. Jene ohne diese war undenkbar. ^„Kein Ungebildeter sündenfürchtig" —- s. v. v. —, „kein Ununterrichteter fromm", das war das Loosungswort, das die Bestrebungen von Jung und Alt beflügelte. Nur wer in der Schrift, in der Ueberlieferung und in der Sitte heimisch ist, wird so bald nicht sündigen; das ist der dreifach geschlungene Faden, der so bald nicht reißt. Wem aber die Schrift, die Ueberlieferung und die Sitte fremd geblieben, der gehört nicht zur socialen Welt/ Schon von uralter Zeit bestehend und von Esra erweitert, bildete die Lehre des Gesetzes den Mittelpunkt aller öffentlichen gottesdienstlichen Versammlungen. Nicht nur Gott die Anliegen unseres Herzens vorzutragen, sondern Geist und Herz an Gottes Wort zu erleuchten und zu veredeln, war die allererste Bestimmung jüdischer Gotteshäuser; nicht nur zu beten, um zu lernen, wurden sie betreten, und noch heute nennen wir tiefbezeichnend unsere Gotteshäuser: Schulen. (Man hat, beiläufig, das wenig Harmonische - Aboth VI, 1. — « Das. 2. - - Aboth 2, 6. — < Kiduschin 40. b.