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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1870-01-01 · 1870 · p. Seite 12

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1870
Date
1870-01-01
Page
Seite 12 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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--wW- 12 -5M-- hungsstätten des kommenden und gegenwärtigen Geschlechts, Schulen und Tempel, eben das Aufgeben des jüdischen Erkenntniß- und Pflicht-Lebens und das Aufgehen in die jeweilige Zeitströmung als Aufgabe und Bestimmung des Juden in der Gegenwart lehren und preisen?! Zu welcher eminenten Aufgabe gestaltet sich aber nun da für die „sich am Ufer Besinnenden" die al xl darko-Erziehung ihrer Kinder! Da ist kein Kreis, keine Familie, oft kein Haus, in welchem nicht die Divergenz dieser Zerklüftung der jüdischen Gegenwart zu Tage tritt, und es sind gar oft die nahen und nächsten Glieder des Hauses und der Familie, die das Band der Verwandtschaft mit Liebe und Verehrung zu umfassen lehrt, in welchen dem zum Bewußtsein erwachenden Kinde die Unkenntniß, die Nichtachtung, ja die Verachtung Dessen oft täglich und stündlich entgegentritt, wofür der Vater es mit Begeisterung und Hingebung erziehend erfüllen möchte, erfüllen soll! — Denn eben, weil das jüdische Lebenselement, das man jüdische Religion nennt, kein vorzugsweise inneres Glaubenssystem ist, dessen Thema man nur im Gedankenaustausch des Gespräches zu vermeiden braucht, um den Zwiespalt zu verschleiern, weil es vielmehr in erster Linie vornehmlich Gesetz ist, das, das ganze Leben mit der Idee der Pflicht beherrschend, das ganze Leben zu einem Gottesdienst macht: darum tritt hier die religiöse Divergenz fast in allen Lebeusmomenten unvermeidlich zu Tage. Und es ist der Abfall kein blos praktischer geblieben. Wovon man zuerst in der Praxis des Lebens sich losgesagt, das, ward bald zum Bedürfniß in der Auffassung der Zeitgenossen als antiquirt, als bedeutungslos albern, als einem längst überwundenen Standpunkt angehörig, als kultur- und humanitätsfeindlich, als einer fortgeschrittenen und fortschreitenden Zeit unwürdig zu verdächtigen und zu verlästern. Und nachdem man bereits seit Decennien die Quellenkenntniß des jüdischen Schriftthums, aus welchem sonst die ganze Geisteskultur des Juden erblühte, als „nur für den künftigen Theologen passend", aus der Jugendbildung verwiesen hatte, hatte man freilich leichtes Spiel mit einem in Unkenntniß des Judenthums herangewachsenen Geschlechte, und konnte diesem sein hohes weltgeschichtliches Erbe, Vorläufer und Urquell aller Erleuchtung und Gesittung auf Erden, das sich ganz eigentlich auf ganz gleiche Bildung aller Volksschichten erbaut und deren Pflege als allererstes Anliegen des Einzelnen und der Gesammtheit setzt, mit jedem beliebigen, sich nur durch Verdunkelung der Geister und Monopolisirung der Einsicht erhaltenden hierarchischen System brandmarkend zusammenwerfen. Zu dieser inneren, specifisch jüdischen Unterwühlung und Zerklüftung der Lebensgrundsätze, Lebensrichtungen, Lebensanschauungen und Ansichten, die die Atmosphäre

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