Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1870
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
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--^H- 10 vor jedem rauhen Lüftchen ängstlich abgesperrt: so bricht ein rationeller Erziehungskanon dem geistigen und sittlichen Absperrungssystem unerbittlich den Stab und verspricht mit unserem Erziehungskanon geistiges und sittliches Gedeihen nur dann, wenn okiuuoli, wenn das Geschäft der Bildung und Erziehung bereits al xi üarko, unter Berücksichtigung, Würdigung und Beherrschung aller der auf dem Lebensweg harrenden Einflüsse geschieht. Zu welcher eigenartigen Besonderheit gestaltet dieses al xi äarko bei dem Wechsel der Zeiten die jüdische Erziehungsaufgabe einer jeden Zeit! Zu welcher großartigen Besonderheit zu einer Zeit wie die Gegenwart auf dem Boden von Ueberzeugungen, deren Pflege das von diesen Blättern befürwortete Erziehungsstreken sich weiht! Es gab Zeiten, und sie zählen nach Jahrhunderten, in welcher die politische und sociale Unreife der Völker den Juden in sein Ghetto verwies und ihn damit von der Berührung mit der Anderartigkeit ihres Seins und Denkens also abschloß, daß ihn der Wellenschlag der geistigen und sittlichen Bölkerbewegungen nur in den Nachwirkungen ihre großen Erscheinungen berührte oder ihm in ganz conkreter schmerzlicher Weise a.Z. korQiüem zum Bewußtsein kam. Um so ungestörter und einheitlicher entfaltete sich das jüdische Leben innerhalb der seiner Entfaltung eingeräumten Umfriedigung aus dem ewigen Geistesquell seiner Nationalwissenschaft unter der Pflege seiner nationalen Culturüberlieferungen, und zeitigte alle die Früchte eines von Erkenntniß und Pflichtgefühl getragenen Einzel- und Gesammtlebens in so beglückender Weise, und wußte so volle Entschädigung für alles das zu bieten, was die Antipathie der Völker versagte, daß jedes Glied der jüdischen Gesammtheit dessen Segnungen empfand und es mit Begeisterung als das Palladium jeder Gegenwart und die Bürgschaft jeder Zukunft umfing. In solchen Zeiten war, wie jeder Zeit das Ziel der jüdischen Erziehung, so auch die Art der Erziehung ein einfach Gegebenes. Es genügte vollkommen die jüdische Jugend zu demselben Quell der Erkenntniß zu führen, aus welcher noch der Mann und der Greis den Lebenstrunk der Erleuchtung und der Pflichtbegeisterung schöpfen wird, genügte an der Hand dieser Erkenntniß die Gott offenbarenden, weil Gott entstammenden und von Gott geleiteten ewigen Erscheinungen der Natur und großen Gänge der Geschichte als solche erkennen und betrachten zu lehren, genügte den jungen jüdischen Menschen aus allem Diesem zum bewußtvollen Begreifen und begeisterungsvollen Ergreifen seiner Bestimmung zu führen, und ihm mit all dieser Erkenntniß nur das Verständniß Dessen zu eröffnen, womit in thatvoller Verwirklichung das Haus und die Gemeinde zum eigenen eliinueli, zum eigenen Eintritt in die Weihe des jüdischen Lebensheiligthums ihn