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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1870-01-01 · 1870 · p. Seite 7

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1870
Date
1870-01-01
Page
Seite 7 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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—SK- 7 Erziehungswirken die Forderung leitender Grundsatz gewesen, die unser Kanon in die Worte: a.1 äarko, „nach seinem Wege" niedergelegt. „^.1 pi äar^ nach seinem Wege!" Nach dem Wege, den er — ohne deine Leitung — zufolge seines eigenthümlichen Naturells, unter Einwirkung alles Eigentümlichen, was Zeit, Ort, Familie, Stand, Umgebung, Beruf, Zeitgenossenschaft bildend und verbildend für ihn haben, voraussichtlich wandeln würde, und dem Wege, den er in Mitte aller dieser voraussichtlichen Einflüsse — durch deine Leitung — wandeln soll. Das ist der Kern dieser jüdischen Erziehungsregel. Wenn das elianoeli lamiaar die völlige Durchdringung des Erziehers mit dem ganzen Inhalt der reinen Menschenstimmung als eines allgemein gegebenen, ewigen und für Alle gültigen heiligen Ideals, für welches und zu welchem er seinen Zögling erziehen soll, als erste Forderung stellt, so stellt ihm das a.1 xi üarko als zweite Bedingung die Aufgabe, die Individualität seines Zöglings mit allen in seinem Naturell und seiner Welt gegebenen Einflüssen, unter welchen sich sein voraussichtlicher Lebenslauf gestalten wird, zu studiren, auf daß er, nicht das heilig Gegebene diesen individuellen, örtlichen und zeitlichen Bedingungen gemäß modisicire, sondern daß er die Bildungs¬ und Erziehungs-Art seines Zöglings für diese für Alle überall und immer gegebene Bestimmung nach den individuellen, aus Naturell, Ort und Zeit vorauszusehenden Einflüssen bestimme und regle. Es gab eine pädagogische Ansicht, es war die durch Rousfeau's Emil angebahnte, die das zu erziehende Individuum nicht nur zum Object der Erziehung, sondern zugleich zum ganzen Normativ der Erziehung machte. Das Individuum selbst mit allen seinen sinnlichen und geistigen Anlagen und Trieben und deren Zielen war an sich das Ideal. Alles „Natürliche," die ganze individuell sich auslebende, nur an der Schwelle der Schädlichkeit innehaltende „Natur" war zugleich das „Sittliche", und das Individuum und seine Individualität war zugleich die Peripherie und das Centrum der Erziehung wie des einstigen Lebens. Es folgte reagirend eine andere, die, unbekümmert um die unleugbar in jedem Individuum gegebene, unabweisbar sich geltend machende eigenartige Natur, einem allgemeinen Erziehungsideale und Erziehungs-Schema für Alle huldigte, und vergaß, wie die Nichtberücksichtigung der Individualität sich nothwendig durch Mißerfolge der Erziehung rächen muß, und jede nicht für den Erziehungszweck miterwogene, miterzogene, in demselben mitbegriffene und doch vorhandene und vorauszusehende Anlage und Einwirkung mit Macht gegen den beabsichtigten Erfolg des Erziehnngswerkes reagirend ankämpfen

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