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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1870-01-01 · 1870 · p. Seite 4

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1870
Date
1870-01-01
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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—HK- 4 -HU— Schon der Begriff: Okinuek, der durch diesen Kanon für die ganze Auffassung des jüdischen Erziehungsgeschäftes populär geworden, dürfte von nicht zu verkennender Bedeutsamkeit sein. Okimieli heißt: Einweihung, Einführung eines geheiligten Objektes in seine heilige Bestimmung. So die Einweihung eines Altars, eines Tempels, hier: die Einführung eines jungen Menschenwesens in seine Bestimmung. Damit war aber das Ziel aller Erziehung als ein heiliges Gegebenes, der subjectiven Willkür Entrücktes begriffen. Das Erziehungsideal war das Allen gemeinsame jüdische Ideal des Reinmenschlichen, in dessen Dienst jeder Vater und jede Mutter mit ihrer Erziehungsaufgabe standen. Es war das Gedankenbild vom Reinmenschlichen, vom Bater der Menschen gezeichnet, dem jedes Menschenkind, vom Kind des Bettlers bis zum Fürstensohne — oder, wie sich die jüdische Anschauung die Menschengesellschaft lieber als Kreis, vom Holzhauer bis zum Wasserschöpfer, dachte, wo es keinen Ersten und keinen Letzten gibt — dem jedes Menschenkind zugeboren ward, dem es geheiligt war und, zu dessen Höhe es unablässig ein- und hinanzuführen, die Aufgabe jedes Baters war. Der Name ekinueli stellt Vater und Kind in den Dienst einer heiligen Bestimmung. Ein heiliges, dem gemeinsamen Heiligthum angehöriges, ihm verantwortungsvoll auvertrautes Gut ist das Kind, das auf seinen Armen ihn anlächelt, und der Zug in seinem Herzen, der ihn bei dem Gedanken: das ist Dein Kind mit Seligkeit erfüllt, ist nichts als das Vorgefühl der noch höheren Seligkeit, die seiner wartet, wenn es ihm gelingt, sein Kind zum Gott es-Menschen, für die Verwirklichung des ihm von Gott gezeichneten Menschenideals heranzubilden. Alle die Kräfte, die in seinem. Kinde schlummern, die empfindenden und wahrnehmenden der Sinne, die erkennenden, denkend verbindenden und folgernden des Geistes, die wünschenden, wollenden und strebenden des Herzens, die genießenden und vollbringenden des Leibes sammt den mit diesem Allem sich verbindenden, einer unheilvollen Steigerung zur Leidenschaft fähigen Regungen, Trieben und Reizen, sie alle macht das Wort elänuoli zu ebenso vielen der Menschen-Bestimmung heiligen Objecten, die nur auf das Auge und das Wort, noch mehr auf das lebendige Beispiel des Vaters warten, um ausnahmlos in den Dienst des Wahren und Guten eingeführt und im Dienste des Wahren und Guten geübt zu werden. Aus Gottes Händen stammt nichts Böses, ist die große Grundwahrheit, die dieses Erziehungsprincip leitend gestaltet. Eines jeden Kindes Seele ist rein. Mißleitet, mißbraucht und durch Mißverwendung wird schlecht, was durch rechten ekinueli d. i. durch rechte Uebung, durch Uebung in Verwendung für das Rechte lauter und rein, sittlich und heilig geworden wäre. Die

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