Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1864
- Date
- 1864-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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— 54 — sammengezogenen Satzes und des Nebensatzes. Da die Nebensätze aus Satzbestimmungen entstehen, so muß der Schüler die Fertigkeit erlangen, solche Bestimmungen ebenso wohl in Sätze aufzulösen, wie Nebensätze in Bestimmungen zu verwandeln oder solche zu verkürzen. Die letztere Uebung führt auf den verkürzten Substantivsatz, auf die Participialconstruction und die Apposition. — Bietet die Satzbildung überhaupt Gelegenheit zur Befestigung in der Formenlchre, so gibt der Substantivsatz noch namentlich Gelegenheit zur Anwendung des Conjunctiv, und nöthigt die Apposition und die Verwandlung des Substantivsatzes zur Wiederholung der Declination. An das ganze Pensum reiht sich die Lehre von der Interpunktion naturgemäß an und schließt dasselbe ab. Eine besondere Aufmerksamkeit ist für die Wiederholung des Verhältniswortes nöthig. Wie ungemein wichtig dieser Theil der Satzlehre für das logische Verständniß der Rede ist, brauche ich hier wohl nicht weiter darzulegen. Ich glaube hier dnn naheliegenden, scheinbar gerechten Einwand begegnen zu müsscn, als wäre das Pensum für diese Classe ein zu großes, und als werde in derselben doch viel Grammatik gelehrt, was doch nach dem Vorhergehenden vermieden werden soll. Wer aber den Lehrstoff nochmals genau durchsieht, der wird finden, daß in dem grammatischen Unterricht, mit Ausnahme etwa der Jnterpunktionslchre, durchaus nichts neu ist. Die Kinder haben den Begriff des Nebensatzes nicht auf langen Umwegen erst kennen zu lernen, sondern er darf mit Recht schon vorausgesetzt werden, und wird nur des angegebenen Nutzens halber, betrachtet und in entsprechenden Uebungen verdeutlicht. Zudem hat ja, wie erwähnt, diese Classe einen zweijährigen Cursus, für welche Zeit das Quantum des Stoffes kaum hinreichend erscheint. Aber bei richtiger Behandlung wird das Ergebniß namhaft sein. Die verschiedenen Gestaltungen des Satzes und die ununterbrochenen Wiederholungen erzeugen Sicherheit und Gewandtheit, und so tritt, genügend vorbereitet, der zwölfjährige Schüler in die zweite Classe, im Besitze aller nöthigen grammatischen Kenntnisse, ohne eine eigentliche Grammatik benutzt zu haben. In dieser zweiten Classe ist denn erst der Gebrauch eines Leitsadens zweckmäßig und empfehlenswerth; aber nicht etwa in der dabei zu Grunde liegenden Absicht, die Muttersprache erst aus dem-