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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 24

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0068-2580991
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— 25 — darf nicht isolirt behandeln, was durch natürlichen Zusammenhang lebendig verknüpft ist, und darum muß in derselben Classe der gesammte Unterricht in der Muttersprache auch in der Hand Eines Lehrers liegen. Durch den, in den Sprechstunden gewonnenen realen Stoff sind die Kinder, wenn sie das technische Lesen überwunden haben, hinlänglich auf den Leseunterricht vorbereitet. Die Behandlung der Lesestücke ist im Allgemeinen auf allen Stufen gleich. So wie unser leibliches Auge jeden Gegenstand zuerst in seiner Totalität auffaßt, und ihn dann erst nach seinen Theilen betrachtet, so muß auch das geistige Auge zuerst das Ganze anschauen, und dann die einzelnen Glieder untersuchen. Ein der Fassungskraft des Schülers entsprechendes Lesestück ist daher erst seinem Inhalte nach vollständig durchzunehmen. Dies ist sehr wesentlich für eine klare Auffassung. Mag auch hin und wieder ein Wort oder ein Satz dem Schüler noch unverständlich sein, so wird dem Mangel bei späterer Wiederholung schon abgeholfen werden. Hierdurch wird auch das sogenannte Schünlesen erleichtert, welches den meisten Schülern so viel Mühe verursacht, und oft nur in einen lächerlichen Pathos ausartet. Denn schön liest wer dem Inhalte angemessen, natürlich und ungezwungen liest. Die künstlerische Schönheit des Vortrages ist kein Product mühsamen Einstudirens, sondern die nothwendige Folge des vorausgegangenen Verständnisses, und wird gehoben durch die sinnige Ruhe, welche man mit dem Vortrage verbindet. Nach dem ersten cursorischen Lesen eines Musterstückes ist es einer genaueren Analyse zu unterwerfen, und zwar zunächst einer Analyse nach Abtheilungen und logischen Verbindungen, welche dem Styluuterrichte in die Hände arbeitet; und dann einer Analyse der Sätze, Satztheile und mancher Formen, insoweit sie der Grammatik zu Gute kommen sollen. Die Definitionen, zu welchen sich hierbei Gelegenheit bietet, und zwar die Wort- oder Namenerklärungen, dann die Sach- und genetischen Erklärungen werden dazu beitragen, den Jdeenkreis des Schülers zu erweitern, welcher Fortschritt sich in dessen Gedankenausdruck bemerkbar machen wird. Die Uevung im Definiren führt auf die Uevung im Auffinden und Unterscheiden synonymer Ausdrücke, welche für eine präcise Anwendung der deutschen

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