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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 15

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0059-2580982
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— 16 — Fach geeigneter und notwendiger, als die Naturkunde; um dafür Zeit zu gewinnen, sollte man die leidige, so viel Zeit absorbirende Clavierklingerei über Bord werfen, und sich dagegen auf alle Zweige der Naturwissenschaften legen, wobei denn ein Redner ganz besonders die Anthropologie betonte, ein anderer die Kenntniß des Landbaues in erste Linie stellte. Wenn dann bei der nächsten Versammlung — so schloß der Referent — die Unwissenheit aus dem Lehrerstande entfernt, und an ihrer Stelle eine gründliche Bekanntschast mit der Natur eingetreten sei, dann wolle er auch, statt des jetzt ausgesprochenen Tadels, ein besonders Lob demselben spenden. Ich will nicht untersuchen, in wie weit die Klage über die Unwissenheit auf dem genannten Gebiete begründet ist oder nicht; mir erschien sie damals übertriebeil; vielleicht habe ich Unrecht. Allein es kommt mir doch vor, als wenn es gar nicht in die Wagschale falle, wenn Hunderte von Lehrern in der Naturkunde ungenügend oder gar nicht unterrichtet sind, gegen die Hunderttausende, welche genügende oder gar gründliche Studien darin gemacht haben. Sollte es denn so schwer fallen, solche Beispiele von auffallender Ignoranz auch auf andern Gebieten nachzuweisen? — Und das halte ich doch für bedenklich, wenn man dem Lehrer zum Zwecke seiner wissenschaftlichen Ausbildung ein Fachstudium aufdringen zu dürfen wähnen sollte! Wie eingreifend auch die Naturwissenschaften in alle Gestaltungen des industriellen Lebens immerhin sein mögen, so reicht der Lehrer, welcher nicht etwa in den Oberklassen der Realschule zn unterrichten hat, doch mit dem Maße von Wissen vollständig aus, welches zu einer allgemeinen Bildung nothwendig ist. Mit ebenso gewichtigen Gründen ließe sich das bildende Element in dem Studium etwa auch der Geschichte aus beredtem Munde darthnn, und mit ebenso großem Rechte diese als Fachstudium empfehlen. Ein solcher Zwang könnte nur nachtheilig und verkehrt wirken. Denn die Begabung zu einem Zweige des Wissens oder die Vorliebe dafür, welche doch auch in Anschlag gebracht werden inüssen, hat die Natur nicht gleichmäßig unter die Menschen vertheilt. Wenn an dem Schlüsse eines Schuljahres so viele Tausende von Knaben die Schule verlassen, und jeder unabhängig seinen künftigen Lebenöberuf sich wählt, und es kein Geschäft gibt, wäre es auch noch so müh-

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