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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1864-01-01 · 1864 · page 11

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1864
Date
1864-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580774--0055-2580978
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— 19 — zu lehren, sondern ihrer Anwendung zu Hilfe zu kommen. „Wirft sich aber alle Kraft auf eine neue Art der Bildung, so zeigen sich auch meist solche Ausartungen." Dieser von Raumer aufgestellte Erfahrungssatz hat sich vielleicht nirgends so bewährt, wie hier. Wurde die Deukkraft der Kinder früher wenig oder gar nicht geübt, so sollte nun mit einem Male aller Unterricht Denkunterricht sein. Bei dem Sprachunterrichte wurden die logischen Verhältnisse nicht etwa erst an dem Satz- und Periodenban nachgewiesen, sondern die verschiedenen Formen der Wortbiegung schon, die prädicative, attributive uud objective Stellung der betreffenden Wortarten sollten auf diese Weise den Kiuderu in den untern Klassen vorgeführt, und selbst die Lehre von der Betonung, sowohl der Wörter als der Sylben im Worte ihnen verständlich gemacht werden. Auf großeu Umwegen mußten die Kinder nun erst das erlernen, was sie schon längst in Anwendung gebracht hatten, wurden in dem geübt, was sie bereits wußten und konnten. Und da galt nur der Unterricht für geistvoll, der jenen Anforderungen entsprach, und in der allgemeinen Begeisterung redeten sich nicht wenig Lehrer ein, bis jetzt Hütten die Kinder selbst noch nicht recht verstanden, was sie gesprochen. Doch diese Geistesgymnastik, in so viele Schulen verpflanzt, mit vorwiegendem Eifer betrieben, brächte die Kinder nicht weniger um eine edle Zeit, als jener todte Mechanismus, ohne bessere Früchte zu tragen. Wenn der kindliche Verstand schon in den unteren Klassen ununterbrochen angehalten wird, den Inhalt der Sprache logisch zu ergründen, muß der Lehrer nothwendiger Weise sehr viel Zeit uud Mühe darauf verwenden, um den Schüler bei der Betrachtung eines Gedankenverhältnisses zu einer klaren Einsicht in den Organismus des Gedankens in seiner Totalität nnd seiner einzelnen Theile zu bringen. Je schwieriger dies bei den verschiedenartigen Satzverbindungen und ihren wechselseitigen logischen Beziehungen ist, desto häusiger werden Uebung und Wiederholuug erforderlich fem, und so wird über der vermeintlich zn erzielenden qualitativen Gründlichkeit der quantitative Stoff vernachlässigt. Wie mag man auch schon da an die Einführung in die Wissenschaft denken, wo doch der Lehrer ein noch so geringes Wissen vorfindet, wie da mit abstracten Formen sich abmühen, wo der zu bildende Stoff noch so dürftig und mager

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